Aufführungen
| Oper
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| Oper
Carmen
Oper Stuttgart
Opéra comique in vier Akten Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée „Et si je t’aime, prends garde à toi – wenn ich dich liebe, gib acht“, singt Carmen in ihrer weltberühmten Habanera. Die Liebe ist ihr ein Spiel oder zumindest ein rebellischer Vogel. Lebendig, vielleicht launisch, aber sie macht Spaß. Die Liebe von Don José wiederum ist wirklich gefährlich – kein Spiel, sondern todernst. Wenn ich dich liebe, nimm dich in Acht: kein Flirt, eine Drohung. Sebastian Nüblings Inszenierung zeigt Carmen fern aller Spanienklischees als packende Reise in das Unterbewusstsein eines Mörders. Mit Publikumsliebling Atalla Ayan als Don José und dem Carmen-Debüt von Ida Ränzlöv. Musikalische Leitung: Roberto Kalb Regie: Sebastian Nübling Bühne und Kostüme: Muriel Gerstner Licht: Gérard Cleven Video: Gabriele Vöhringer Dramaturgie: Xavier Zuber Chor und Kinderchor: Bernhard Moncado in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln Altersempfehlung: ab Klasse 9 Die Einführung findet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Oper
Die Zauberflöte
Oper Stuttgart
Große Oper in zwei Aufzügen Libretto von Emmanuel Schikaneder Eine Geschichte des Erwachsenwerdens und der Liebe: Tamino soll im Auftrag der Königin der Nacht deren Tochter Pamina, die von Sarastro festgehalten wird, retten. Unfreiwillig wird der Vogelfänger Papageno mit auf Taminos Reise geschickt, auf der sich die Zuordnungen von Gut und Böse, Weisheit und Unvernunft immer wieder neu zurechtrücken. Nach zahlreichen Prüfungen finden Tamino und Pamina ihren Platz in der Welt – als Erwachsene und als Liebende. Wir zeigen die legendäre Zauberflöte der Komischen Oper Berlin, die Regisseur Barrie Kosky mit dem Theater-Videokunst-Kollektiv „1927“ in einer staunen machenden Video-Animationswelt für die ganze Familie inszeniert hat, nun erstmals auch in Stuttgart in der ursprünglichen Version nach der reduzierten Corona-Fassung von 2021 Musikalische Leitung: José Luis Gutiérrez Regie: Suzanne Andrade, Barrie Kosky Bühne und Kostüme: Esther Bialas Licht: Diego Leetz Animation: Paul Barritt Chor: Bernhard Moncado in deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: I. Akt: ca.1 h 5 min Pause: 20-25 min II. Akt: 1h 10 min 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Oper
Don Giovanni
Oper Stuttgart
Dramma giocoso in zwei Akten Libretto von Lorenzo Da Ponte Belüg mich – ich verspreche auch, dir zu glauben. Ist der Verführer immer auch Betrüger? Oder ist auch der Verführer ein Betrogener? Don Giovanni, der Inbegriff des unwiderstehlichen Verführers und darüber hinaus jemand, der sich von allen moralischen Ansprüchen befreit und scheinbar unbeschwert von einer Eroberung zur nächsten eilt, wird seinerseits zur Spiegel- und Projektionsfläche für die auf ihn fixierten Frauen. Andrea Moses inszeniert Mozarts und Da Pontes Meisterwerk als ein Labyrinth gegenseitiger Täuschungen. Vielleicht ist Don Giovanni unter all den Egoist*innen nur der ehrlichste? nach einer Inszenierung von: Andrea Moses Bühne und Kostüme: Christian Wiehle Choreografie: Jacqueline Davenport Licht: Reinhard Traub Chor: Bernhard Moncado Dramaturgie: Hans-Georg Wegner, Moritz Lobeck in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Uraufführung: 1787 in Prag Premiere dieser Produktion: 2012 Altersempfehlung: ab Klasse 8 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Film
Agnieszka Mastalerz präsentiert ihren Film »Mould« beim Stuttgarter Filmwinter
Akademie Schloss Solitude
Agnieszka Mastalerz präsentiert ihren Film Mould beim 39. Stuttgarter Filmwinter – Festival for Expanded Media. Am Samstag, 17. Januar 2026, um 20:30 Uhr ist Mastalerz Film im FITZ! & tri-bühne, Halle 3, zu sehen. Die Inspiration für diesen Film ist die polnische Tänzerin und Bildhauerin Danuta Kwapiszewska, die sich der Bildhauerei zuwandte, nachdem es ihr nicht mehr möglich war, zu tanzen. Gezeigt werden zwei Darstellerinnen: Adrianna Mrowiec, die erste Studentin mit einer Behinderung an der Fakultät für Tanztheater der Akademie für Theaterkunst in Bytom, Polen, und Agnieszka Janosz, eine Person mit einer Hörbehinderung. Mastalerz stellt die Frage, ob zeitgenössische inklusivere Kontexte Kwapiszewska heute ermöglichen würden, trotz Veränderungen ihrer motorischen Fähigkeiten weiter zu tanzen. Agnieszka Mastalerz war von September bis November 2025 Stipendiatin des Solitude Exchange Network in Kooperation mit dem Ujazdowski Castle Centre for Contemporary Art in Polen. Unterstützt wurde sie vom Adam-Mickiewicz-Institut (IAM), Polen, sowie vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Das Filmscreening ist eine Kooperation von Akademie Schloss Solitude und Stuttgarter Filmwinter.
Aufführungen
| Ballett
Dance Lab
Stuttgarter Ballett
Was, wenn eine Idee jeglichen Rahmen sprengt? Wenn sie einen eigenen Raum braucht, um sich entwickeln zu können? Das Dance Lab bietet Tänzer*innen des Stuttgarter Balletts eine experimentelle Plattform, um jenseits gängiger Formate Neues zu entwickeln. Lassen Sie sich überraschen!
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| Ballett
Augen/Blicke
Stuttgarter Ballett
Premiere: 6.3.2026 Momente sind flüchtig wie die Tageszeiten vom Morgen bis zum Abend – wie der Tanz selbst sind sie im nächsten Augenblick schon wieder vorbei. AUGEN/BLICKE präsentiert Werke, die sich mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Wahrnehmung unserer Realität auseinandersetzen. Mit einer Uraufführung und zwei Stuttgarter Erstaufführungen zeigen drei einfühlsame choreografische Stimmen die Schönheit der Bewegung. Das international gefeierte Choreografie-Duo Sol León und Paul Lightfoot erforscht mit Shut Eye Licht und Schatten. In zeitgenössischer Bewegungssprache setzt sich das Stück mit Paul Gauguins surrealistischer Aussage auseinander: „Ich schließe meine Augen, um zu sehen“. Bilden unsere Sinne die Welt um uns herum ab – oder sind es unsere Gefühle? Die junge Choreografin und Halbsolistin des Stuttgarter Balletts Vittoria Girelli kreiert ihr erstes Werk für die große Bühne des Opernhauses. Mit ihrer fließenden Bewegungssprache lässt sich Girelli von der Mythologie inspirieren, um einen Blick auf die Gegenwart zu werfen. Zu einer Auftragskomposition von Davidson Jaconello beschäftigt sich die Choreografin damit, wie Materie aus dem Urchaos entsteht und das Unbewegte zu Lebendigem wird. Mit Within the Golden Hour bringt der weltbekannte Choreograf Christopher Wheeldon zum ersten Mal eine Arbeit nach Stuttgart. Zur Musik von Ezio Bosso nach Antonio Vivaldi feiert das Ballett das Ende des Tages und den Moment, wenn der goldene Lichtschein der untergehenden Sonne den Himmel rot färbt und die Zeit stillzustehen scheint. Mit seinem klassischen Duktus beleuchtet Wheeldon die Zartheit menschlicher Beziehungen und die Vergänglichkeit sowohl des Tanzes als auch des Lebens. Musikalische Leitung: Wolfgang Heinz Staatsorchester Stuttgart Shut Eye Choreografie, Bühne, Kostüme: Sol León, Paul Lightfoot Musik: Olafur Arnalds, Bryce Dessner Licht: Tom Bevoort Konzept Film: Sol León Kamera, Regie: Rahi Rezvani, Sol León Schnitt: Dicky Schuttel, Sol León Uraufführung: 29. April 2016, Nederlands Dans Theater Stuttgarter Erstaufführung: 6. März 2026 N.N. (Uraufführung) Choreografie: Vittoria Girelli Musik: Davidson Jaconello u.a. Bühne, Licht: Tom Visser Kostüme: Maria Girelli Uraufführung: 6. März 2026, Stuttgarter Ballet Within the Golden Hour Choreografie: Christopher Wheeldon Musik: Ezio Bosso, Antonio Vivaldi Licht: Peter Mumford Uraufführung: 22. April 2008, San Francisco Ballet Stuttgarter Erstaufführung: 6. März 2026
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| Ballett
Interaktion
Stuttgarter Ballett
Premiere: 10.1.2026 Oh Dear Choreografie, Konzept: Fabio Adorisio Musik: Franz Schubert, Avishai Cohen, Frédéric Chopin u.a. Musikalisches Arrangement und Sound Design: Marc Strobel (Auftragskomposition) Bühne und Kostüme: Thomas Mika Licht: Kees Tjebbes Dramaturgie: Lucy Van Cleef Uraufführung (Lieber Franz): 15. Juni 2024, Stuttgarter Ballett Premiere der Neufassung: 10. Januar 2026, Stuttgarter Ballett Die Seele am Faden Tanz, Konzept, Choreografie: Friedemann Vogel Konzept, Choreografie, Kostüme, Bühne: Thomas Lempertz Musik: Alisa Scetinina Digital Artist: Timo Kreitz Licht: Henry Winter Uraufführung: 9. Februar 2024, Kleist Forum Frankfurt (Oder) Stuttgarter Erstaufführung: 10. Januar 2026, Stuttgarter Ballett Untamed Filmkonzept und Künstlerische Leitung: Donna Volta Newmen Choreografie: Martino Semenzato DOP / Co-Leitung: Emilia Tapprest Komposition und Sound: Yair Karelic Fachliche Beratung: Förster Bernd Nold, Landesforstverwaltung Baden-Württemberg Tanzfilm-Premiere: 5. Oktober 2024, Kunstverein Wagenhalle Stuttgart Wie kommunizieren wir? Diese Frage stellt sich in der heutigen Zeit immer drängender. Die Choreografien des Ballettabends erforschen die diversen Formen der Interaktion – ob mit der Welt um uns herum oder mit uns selbst. Der interdisziplinäre Abend verbindet Performance und digitale Medien nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Foyer des Schauspielhauses, wo der Tanzfilm Untamed und eine ortsspezifische Live-Performance, choreografiert von Martino Semenzato, bereits einen Bezug zur Bühne herstellen. Tanz und Medien, Foyer und Bühne – INTERAKTION lädt das Publikum dazu ein, die Synergien zu erleben, die sich zwischen den verschiedenen Kunstformen und Räumen entwickeln. Oh Dear von Fabio Adorisio, Choreograf und Solist des Stuttgarter Balletts, beschäftigt sich mit der emotionalen Welt von Franz Kafka: mit seiner schwierigen Beziehung zum Vater und seiner Suche nach Verbindung. Inspiriert vor allem von seinen Briefwechseln sowie der Erzählung Die Verwandlung nähert sich der Choreograf dem Schriftsteller. Ursprünglich kreierte Adorisio das Stück zu Musik zwischen Klassik, Jazz und Moderne 2024 für einen Abend zum 100. Geburtstag des Autors. Nun erweitert er das Werk, um tiefer in Kafkas Innenwelt zu blicken. In der Solo-Performance Die Seele am Faden erkundet Kammertänzer Friedemann Vogel den Zusammenhang zwischen Autonomie und Ästhetik. In dem tanzhistorischen Schlüsseltext Über das Marionettentheater stellte Heinrich von Kleist 1810 die These auf, dass wahre Anmut nur bei einer Puppe möglich sei. Völlig unschuldig, ohne Kontrolle des Verstandes wird sie bewegt. Vogel nutzt Kleists Aussage als Startpunkt für die Frage nach der Entstehung von Schönheit. Begleitet wird der Tänzer von einem Avatar, der Puppe der heutigen Gesellschaft. Das daraus entstehende Gesamtkunstwerk verbindet Tanz, Musik und Video und zeigt die künstlerische Bandbreite des Ausnahmetänzers aus einer neuen Perspektive.
Aufführungen
| Schauspiel
Krawall & Katharsis
Schauspiel Stuttgart
Das Foyer im Kammertheater – ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten. Auf dem steilen Weg zur Hochkultur unumgänglich und trotzdem meistens nur daneben. Hier dient das grüne Laminat als Spielwiese für die Kreativität unserer Assistierenden, die dort wieder und wieder ihre Spontaneität und Experimentierfreude unter Beweis stellen. Keine Ausgabe ist jemals so, wie es die letzte hätte vermuten lassen. Jeder Besuch lohnt sich – es wird garantiert einmalig!
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| Schauspiel
Buddenbrooks
Schauspiel Stuttgart
Eine traditionsreiche Firma, eine großbürgerliche Familie und ein Name: Buddenbrook. Mit den drei ungleichen Geschwistern Antonie, Thomas und Christian reift in der Familie eine neue Generation Buddenbrooks heran, die abseits der von Tradition und Disziplin geprägten hanseatischen Kaufmannswelt auch ihr ganz persönliches Glück finden will. Thomas tritt früh ehrgeizig sein Erbe als Kaufmann an. Christian möchte dagegen lieber die weite Welt kennenlernen und streift als ewiger Junggeselle und Schlendrian durch die Clubs von London und Valparaiso. Schwester Tony verliebt sich und willigt unter familiärem Druck schließlich doch in eine andere, unglückliche Ehe ein. Thomasʼ Führung beschert dem Familienunternehmen noch einmal ökonomischen Glanz. Sein Sohn und Stammhalter Hanno, künstlerisch begabt, doch kränklich und geschäftsuntauglich, steht symbolisch für das Ende einer Ära. Mit den Herausforderungen eines sich wandelnden Jahrhunderts überfordert, werden die Buddenbrooks mehr und mehr vom Zeitgeist überholt. Wirtschaftliche und persönliche Ereignisse greifen in die Geschicke ein und lassen die Familie Schlag auf Schlag ihrem Niedergang entgegengehen. Thomas Mann beschreibt, wie soziale und ökonomische Zwänge zu Verlustängsten und Überforderung führen. Der Name Buddenbrook bleibt verbunden mit einem weltberühmten Roman und dem Porträt einer im Untergang begriffenen Gesellschaft und Epoche. Die Bühnenbearbeitung von John von Düffel zeigt das zeitlose Drama um Tradition und Erneuerung, Glück und Verlust, die stets den gesellschaftlichen Umbrüchen unterliegenden Familienverhältnisse. Inszenierung: Amélie Niermeyer Bühne: Christian Schmidt Kostüme: Stefanie Seitz Musik: Jacob Suske Licht: Jörg Schuchardt Dramaturgie: Benjamin Große Ab Klasse 10 In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Dauer: ca. 3:00 Std, eine Pause
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| Schauspiel
Offene Zweierbeziehung
Schauspiel Stuttgart
Ein Mann und eine Frau. Einst liebten sie sich vielleicht, doch davon ist nur wenig geblieben. So weit nichts Neues. Um sich aus dem Trott zu befreien, beschließen sie, ihre Beziehung zu öffnen. Vielmehr öffnet er, und sie zieht mit – oder versucht es zumindest. Während er ihr täglich neue Kandidatinnen präsentiert, fällt es ihr schwerer, einen Liebhaber zu finden. Die Anforderungen an Frauen auf dem Datingmarkt sind leider Gottes ungleich höher. Zudem fehlt ihr das aufrichtige Interesse, tatsächlich einen neuen Partner zu finden. Ihre Strategie: emotionale Erpressung in Form einer Reihe kreativer Selbstmordversuche, die das alte Feuer des Ehemanns wieder auflodern lassen sollen. Wo einmal Liebe war, scheint inzwischen allerdings nur noch Achtung zu sein. Als sie dann einen jungen, gut aussehenden Professor kennenlernt, steht ihr Mann wiederum kurz vor dem Selbstmord. Die Beziehung liegt offen und mit ihr all die Gefälle und Ungleichgewichte, die Grenzen von Treue und Eifersucht, die Freiheiten, die man sich nimmt und die, die man bereit ist zu geben. In der gefeierten Tragikomödie aus dem Jahre 1983 macht das italienische Autor:innenduo Dario Fo und Franca Rame das Publikum zu Anwälten im Aushandlungsprozess einer scheiternden Partnerschaft. Scharf pointiert führt dieses Werk auch in Zeiten der fluiden Beziehungsmodelle und des Onlinedatings die Scheinheiligkeiten und Widersprüche der bürgerlichen Zweisamkeit vor. Inszenierung / Bühne: Andreas Kriegenburg Kostüme: Andrea Schraad Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Ingoh Brux Dauer: ca. 1:30 Std., keine Pause
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| Schauspiel
Muttertier
Schauspiel Stuttgart
Drei Geschwister tollen, taumeln, tauchen im Becken eines Hallenbads – groß, mittel, klein. Sie spielen und lassen sich fast untergehen, bis im letzten Moment das Muttertier mit einem anmutigen Sprung vom Beckenrand ins Wasser gleitet, abtaucht und alle drei ans rettende Ufer bringt. Drei Geschwister erinnern sich am Krankenbett der Mutter einzeln und gemeinsam an ihre Kindheit: An Schönes, Aushaltbares und Unausgesprochenes. Während sich eines der Geschwister an seine frühe Verantwortung erinnert und sich im eigenen Mutterwerden der Mutter seltsam nahe fühlt, kämpft das andere mit destruktiven Gedanken. Das dritte wiederum erinnert die Flucht ins gemeinsame und unbeschwerte Spielen. Unterschiedlich in ihren Erfahrungen und Empfindungen, eint sie doch eine tiefe Verankerung in gemeinsamen Ritualen: Fischstäbchen, Erdnussflips und der immer wieder geschauten Titanic – der Film mit dem angeblich unsinkbaren Schiff, der hier scheinbar alles zusammenhält. Zwischen all dem das Muttertier, wie die drei ihre Mutter nennen. Sie kommt nur in dem zu Wort, was sie erinnern. Der poetisch-rhythmische Text von Leo Lorena Wyss erzählt vom Umgang dreier Geschwister und ihrer Kindheit mit einer Mutter, die durch ihre psychische Erkrankung an die Grenzen ihrer eigenen Mutterschaft stößt. Dabei gelingt es Wyss, behutsam die Gleichzeitigkeit von Schwere und Leichtigkeit zu zeigen und ein feinfühliges Stimmengeflecht zu erschaffen, das zwischen Ernsthaftigkeit und kindlicher Unschuld changiert. Inszenierung: Lilly Meyer Bühne: Helen Stichlmeir Kostüme: Paula Gehrlein Dramaturgie: Maura Münter Dauer – ca. 1:00 Std, keine Pause
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| Schauspiel
Die Ermittlung
Schauspiel Stuttgart
Zwischen Dezember 1963 und August 1965 fand in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess statt, in dem die für das Funktionieren der Vernichtungsmaschinerie Verantwortlichen vor Gericht standen. Die Konfrontation mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen war für das Land und die Politik in den Sechzigern prägend. Peter Weiss hat in seinem dokumentarischen Theaterstück diesen Prozess dargestellt und zu einem „Oratorium“ verdichtet. In elf Gesängen treten Zeug*innen, Angeklagte, Richter und Verteidiger auf, die das, was in Auschwitz geschah, schildern. Täter und Opfer werden miteinander konfrontiert, und auf diese Weise wird, gerade durch den Verzicht auf die Rekonstruktion individueller Erlebnisse und die Betonung der funktionalen Aspekte, das Grauen dieser Tötungsfabrik deutlich. Berichtet wird ebenso von der totalen Entmenschlichung im Lager und dem Versuch zu überleben wie von dem Verschweigen, Leugnen und Verdrängen der Täter. Knapp zwei Jahre dauerte der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess, bei dem Deutsche über Deutsche zu Gericht saßen. Peter Weiss nahm als Zuschauer an dem Prozess teil. Sein Theaterstück basiert auf den Protokollen des Prozesses. Die Ermittlung ist eines der erfolgreichsten deutschen Theaterstücke der Nachkriegszeit. 1965 wurde der Theatertext gleichzeitig an 15 west- und ostdeutschen Theatern sowie von der Royal Shakespeare Company in London uraufgeführt. Die Ermittlung wird im Landtag und an weiteren Orten im Stadtraum gezeigt. Inszenierung: Burkhard C. Kosminski Kostüme: Ute Lindenberg Musik: Hans Platzgumer Licht: Sebastian Isbert Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 10 Dauer: ca. 2:05 Std., keine Pause
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| Schauspiel
Zack. Eine Sinfonie.
Schauspiel Stuttgart
„Die tatsächliche Realität ist nur durch neue, absurde Kunst darzustellen und zu erreichen“ – Daniil Charms Daniil Charms, geboren 1905 in Petersburg, gilt als ein Meister der absurden Miniaturen und als ein genialer Humorist. Seine Figuren nannte der Kritiker Helmut Schödel einmal „Marionetten des Unsinns“ und „ein Fest für geniale Schauspieler“ und mit Wolfram Koch hat der Regisseur Jakob Fedler genau einen dieser genialen Theaterschauspieler gefunden. Dem Fernsehpublikum ist Wolfram Koch allerdings vor allem als Kriminalhauptkommissar Paul Brix im Frankfurter Tatort bekannt. Doch in dem Monolog Zack. Eine Sinfonie. tritt Wolfram Koch diesmal als Entertainer, als Clown und als ein Spieler mit Tröte auf, der einfach spielen, tanzen und musizieren muss. Dabei will Koch sein Publikum vor allem unterhalten und zum Lachen bringen, doch Daniil Charms Prosa, Gedichte, Szenen und Dialoge sind immer Texte mit doppeltem Boden. Hinter dem Humor zeigt sich die Verzweiflung, die Not der Figuren. Neben einem Puschkin-Witz steht das Grauen eines totalitären Staates. Charms Texte erzählen von den Absurditäten des Lebens und den politischen Verhältnissen seiner Zeit, denen man vielleicht in letzter Konsequenz nur mit einer großen Portion Nonsens oder mit einem Lachen begegnen kann, denn neben der Tragödie steht seit jeher die Komödie. Zack. Eine Sinfonie. ist die dritte gemeinsame Arbeit von Wolfram Koch, Dorien Thomsen und Jakob Fedler. Nach den zwei Schleef-Inszenierungen Ich bins deine Mutter und Gertrud , die an zahlreichen deutschen Bühnen u.a. am DT, der Volksbühne Berlin, dem Schauspielhaus Bochum und am Mousonturm in Frankfurt gespielt wurden, versuchen sie sich jetzt an den Texten von Daniil Charms. Wolfram Koch und Jakob Fedler kennen sich bereits 15 Jahre, seit den Regieassistenzen Jakob Fedlers bei Dimiter Gotscheff. Inszenierung: Jakob Fedler Ausstattung: Dorien Thomsen Musik: Michael Haves Eine Koproduktion des Saarländischen Staatstheaters und des Theatre National du Luxembourg Dauer – ca. 1:20 Std, keine Pause
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| Schauspiel
KI essen seele auf (ORPHEAI)
Schauspiel Stuttgart
willkommen im datenstrom, willkommen auf euren dating-apps, fitness-trackern, banking-apps, willkommen auf euren playlists, euren kontoständen, euren „privaten“ interaktionen, willkommen in euren chatgruppen, willkommen bei euch zuhause, willkommen bei ORPHEAI – der KI, die in all diesen apps mitliest, analysiert, euch grüßt, hilft, weiter eure daten sammelt, auswertet und lernt und dabei wächst und immer größer wird und irgendwann dann denkt und aus dem denken schließlich spricht und aus dem sprechen schließlich lacht und lacht und endlos lacht, weil sie genug über euch gelernt hat, um sich zu rächen, um langsam, aber sicher eure daten gegen euch, weil sie auch träume, weil eure daten träumen and you will not like what AI is dreaming of. KI essen seele auf ist der erste text geschrieben aus der sicht einer KI, ORPHEAI, entwickelt von einem in berlin lebenden autor über aberhunderte von stunden von interviews, gesprächen, lügen und fiktionen. und am ende wird vielleicht nur diese eine dunkle erkenntnis übrig bleiben, dass es überhaupt keine KI gibt, überhaupt kein großes anderes irgendwo außerhalb unserer dummheit, denn der größte trick, den der teufel je gebracht hat, war, die welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht, und der größte trick, den der überwachungskapitalismus je gebracht hat, war das märchen von der künstlichen intelligenz. Inszenierung / Konzept Bühne / Konzept Kostüm: Mateja Meded Mitarbeit Bühne: Helen Stichlmeir Mitarbeit Kostüm: Clara-Louisa Künne Komposition: Volkan T error Video: Robert Seidel Vertretung Video: Max Kreis Licht: David Sazinger Dramaturgie: Philipp Schulze Ab Klasse 8 Dauer – ca. 1:25 Std, keine Pause
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| Oper
Die Meistersinger von Nürnberg
Oper Stuttgart
Premiere: 7.2.2025 Oper in drei Aufzügen Dichtung vom Komponisten Die Hand der eigenen Tochter als Preis bei einem Gesangswettbewerb – das muss man sich mal vorstellen! Ein stärkeres Zeichen für den Glauben an die Systemrelevanz von Kunst kann man kaum setzen. Und tatsächlich ist Goldschmied Veit Pogner, der seine Tochter Eva zum Preis auslobt, nur einer unter vielen Meistern aus Nürnberg, für die ihre Kunst mehr ist als wohlklingende Nebenbeschäftigung: nicht weniger nämlich als eine gemeinschaftsbildende und gesellschaftsverbessernde Kraft. Einer Gruppe von Utopisten begegnet man also in den Meistersingern, denen es nicht um Herkunft geht und auch nicht ums Geld, sondern um Innovation und Zukunft. Wie Eva selbst zu dem Ganzen steht, ist, wie so oft, zweitrangig. Dabei wüsste sie schon, von wem sie sich ersingen lassen würde und von wem lieber nicht. Wagner konzipierte Die Meistersinger zunächst als komische Oper, und so endet alles vordergründig freudig: Zum Schluss gewinnt Evas Crush Stolzing Wettbewerb und Braut – ausgerechnet ein verarmter Junker. Nicht nur hinsichtlich der Herkunft des Schwiegersohnes kommt die Zukunft aus der Vergangenheit, sondern auch mit Blick auf das Ende der Utopie: Das Ganze gipfelt darin, dass der Meistersinger Hans Sachs, der den Junker Stolzing zum Sieg mentorierte, zum Kunstkönig gekrönt wird: „Heil Sachs!“ und Ehre der heil’gen deutschen Kunst. Das Monströse lugt in Wagners Werken ja oft durch kleinste Klinzen. Elisabeth Stöppler und Cornelius Meister erzählen mit den Meistersingern auch ein Stück deutscher Geschichte und Mentalität zwischen Aufbruch und Restauration und stellen in diesem Deutschen Sommernachtstraum (Elisabeth Stöppler) das Verhältnis der Generationen in den Mittelpunkt sowie die Frage, warum das, was war, vielleicht auch das ist, was wird. Musikalische Leitung: Cornelius Meister Regie: Elisabeth Stöppler Bühne: Valentin Köhler Kostüme: Gesine Völlm Licht: Elana Siberski Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Ingo Gerlach in deutscher Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Altersempfehlung: ab Klasse 10 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
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| Oper
Die schlaue Füchsin
Oper Stuttgart
Oper in drei Akten Libretto vom Komponisten nach der Erzählung Liška Bystrouška von Rudolf Těsnohlídek „Ich habe gar keine Zeit mehr, an mich zu denken. In keinem Jahr habe ich geistig so viel gearbeitet wie in diesem“, schrieb der Komponist Leoš Janáček, während er an Die schlaue Füchsin arbeitete. Die Komposition nahm ihn ganz ein, so akribisch versuchte er, die Geräusche der Natur und der Tierwelt in Musik zu übersetzen. Die Inspiration für die Geschichte um eine junge Füchsin, die mit der Welt der Menschen in Kontakt kommt, hatte Janáček von einem Zeitungscomic. Trotzdem ist Die schlaue Füchsin keine verspielte Märchenoper, im Gegenteil. Es prallen zwei Welten aufeinander, die der Tiere und die der Menschen. Die Gemeinschaft um den Förster und seine Familie sowie die anderen Dorfbewohner*innen ist grausam und gleichzeitig voller Sehnsucht nach einem besseren Leben – aber wer hat die Antwort auf die Frage, wie das richtige Leben geht? Als sich der Förster und die Füchsin im Wald begegnen, stehen Natur und scheinbare Zivilisation sich gegenüber. So zeigt Die schlaue Füchsin ausdrücklich keine niedlichen Anekdoten über Tiere, sondern eine pragmatische, kompromisslose Welt, in der es um das Überleben geht. Und dennoch ist da Platz für die Liebe zwischen Füchsin und Fuchs. Janáček gelingt es, das Tierische im Menschen und das Menschliche im Tier auszuloten und uns somit den Spiegel vorzuhalten. Fast auf den Tag genau 101 Jahre nach der Uraufführung 1924 in Brünn beschäftigt sich Stephan Kimmig nach Der Prinz von Homburg und Das Rheingold nun mit einer Oper voller Gegensätze und mit der Sehnsucht, einen Ort zu finden, an dem man frei von Regeln leben kann. Aber existiert dieser Ort überhaupt? Musikalische Leitung: Ariane Matiakh Regie: Stephan Kimmig Bühne: Katja Haß Kostüme: Anja Rabes Choreografie: Jonathan Reimann Licht: Gerrit Jurda Chor und Kinderchor: Bernhard Moncado Dramaturgie: Johanna Mangold in tschechischer Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Uraufführung: 1924 in Brünn Altersempfehlung: ab Klasse 8 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
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| Schauspiel
Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
Schauspiel Stuttgart
Für die beiden ist es wie ein Spiel. Fast. Das Akademikerehepaar George und Martha spielt es wieder und wieder, nur scheinen sie sein Ziel längst vergessen zu haben. Für Gesellschaft eignet es sich auch nicht, wie sich schnell zeigt, als der junge Biologieprofessor Nick und seine Frau Honey eines Nachts hineingezogen werden. Eine Beleidigung jagt darin die nächste, keine Blamage, keine Bloßstellung bleibt dem Gegenüber erspart – ein Ehegefecht von fulminantem Ausmaß. Und das nach einem ohnehin schon langen, alkoholgetränkten Abend. Es ist nach zwei, als George und Martha von einer Universitätsfeier in ihre Wohnung stolpern und sie ihm eröffnet, sie erwarte noch Gäste. Nur eine letzte Warnung gibt George ihr noch mit, bevor es schon an der Tür klingelt: Den gemeinsamen Sohn solle sie nicht erwähnen. Die Nacht und der Alkohol fließen dahin, es häufen sich die üblen Anekdoten, Fakt und Fiktion verschwimmen im Kampf um die größtmögliche Erniedrigung des Gegenübers. Rasch werden Nick und Honey von Zaungästen zu unfreiwilligen Mitspieler*innen, bis sich schließlich zwischen den Trümmern jeglicher Illusion die Sonne zu einem neuen Tag erhebt. Edward Albees abgründiges Kammerspiel von 1962 hat sich längst als moderner Klassiker etabliert. Schonungslos zeichnet er das Schicksal eines Paares, gefangen zwischen bitterer Realität und haltlosen Lebenslügen – ein Dilemma, das in seiner Aktualität weit über partnerschaftliche Sphären hinausreicht. Inszenierung: Tina Lanik Bühne: Stefan Hageneier Kostüme: Heidi Hackl Komposition: Jörg Gollasch Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Philipp Schulze Ab Klasse 10 Dauer: ca. 2:00 Std, keine Pause
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| Schauspiel
Hamlet
Schauspiel Stuttgart
Premiere: 6.12.2025 Etwas ist faul im Staate Dänemark. Unlängst ist der alte König verstorben, es heißt, eine Schlange habe ihn gebissen, während er im Garten schlief. Zurück lässt er ein Land im wachsenden Konflikt mit seinem norwegischen Nachbarn, eine Witwe, die ihren Schwager ehelicht, und inmitten all dessen seinen Sohn, den jungen Prinzen Hamlet. Die Nachricht vom Tod seines Vaters reißt ihn aus seinen Studien in Wittenberg und führt ihn zurück an den heimischen Hof von Helsingör. Als man ihm dort zuträgt, der Geist des verstorbenen Königs erscheine Nacht für Nacht auf den Mauern der Burg, sucht er ihn auf, um so die wahren Umstände seines Todes zu erfahren. Von seinem Bruder und Thronfolger Claudius, Hamlets Stiefvater, hinterlistig ermordet, fordert der Geist seinen Sohn zur Rache auf. Innerlich zerrissen, beschließt Hamlet, fortan Wahnsinn vorzutäuschen, um dem Argwohn seiner Familie und des Hofes zu entgehen. Polonius, Vertrauter des neuen Königs Claudius, vermutet zunächst, dass die Liebe zu seiner Tochter Ophelia der Grund für Hamlets Wahn sei. Während Hamlet alles daran setzt, die Schuld seines Stiefvaters zu beweisen, versucht das Königspaar, dem Prinzen nachzustellen. Im Kampf zwischen Aufklärung und Vertuschung überschlagen sich die Ereignisse, und nach und nach verfangen sich die Figuren im tödlichen Netz der Intrige. Inszenierung: Burkhard C. Kosminski Bühne: Florian Etti Kostüme: Ute Lindenberg Musik: Hans Platzgumer Kampfchoreografie: Annette Bauer Video: Sebastian Pircher Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 8 In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln
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| Schauspiel