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Erlebnisse / Musical Chormusical
Judith
Mitsingen beim Chormusical
Aufführungen / Theater Circus Circuli
Fr 17.4.2026, 20:00 Uhr
Aufführungen / Show Friedrichsbau Varieté
Sa 18.4.2026, 15:30 Uhr
Aufführungen / Varieté Friedrichsbau Varieté Stuttgart, Friedrichstraße 24
Aufführungen | Oper

Dialogues des Carmélites

Oper Stuttgart

Oper in drei Akten und zwölf Bildern Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Georges Bernanos, basierend auf der Novelle Die Letzte am Schafott von Gertrud von Le Fort „Kein Mensch stirbt für sich allein. Einer stirbt für die anderen. Vielleicht sterben manche anstelle von anderen. Wer weiß?“ (Sœur Constance in Dialogues des Carmélites) Kaum eine Oper stellt die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit so ins Zentrum wie Francis Poulencs 1957 uraufgeführte Oper über einen Karmelitinnenorden in den Wirren der Französischen Revolution. Die Geschichte entspinnt sich um die junge Blanche, die – seit ihrer Geburt von schweren Angstzuständen geplagt – Schutz in einem Kloster findet. Doch die Zeit der Geborgenheit endet jäh, als der Revolutionsausschuss das Kloster zerschlägt und der Gemeinschaft die Ausübung ihrer Riten verbietet. Die Schwestern schwören sich aufs Martyrium ein, einzig Blanche treibt die Todesangst in die Flucht. Schließlich gelingt es ihr, sich selbst zu überwinden: Als sie ihren Schwestern zum Schafott folgt, erlischt im Angesicht des Todes die Angst. Die für ihre feministischen Lesarten bekannte Regisseurin Ewelina Marciniak rückt in ihrer Inszenierung dieses Hybrids aus Thriller, Diskursoper und heiliger Messe die Dynamiken einer Frauengemeinschaft in den Fokus, die inmitten des Terrors um Kommunikation und Mitmenschlichkeit ringt. Und auch wenn das übersinnliche „Salve Regina“ der Karmelitinnen am Schafott keinen Zweifel daran lässt, dass diese Oper ein glühendes Glaubensbekenntnis des Katholiken Poulenc ist, stellt uns die Opferbereitschaft der Nonnen vor Fragen: Wo verlaufen die Grenzen zwischen Solidarität, Glauben und Fundamentalismus? Wie einsam stirbt es sich hingegen in unserer säkularisierten Welt der Gegenwart? Unter der Musikalischen Leitung von Cornelius Meister wird Poulencs wirkmächtige Musik zum Ereignis. Musikalische Leitung: Cornelius Meister Regie: Ewelina Marciniak Bühne: Mirek Kaczmarek Kostüme: Julia Kornacka Choreografie: Ana Szopa Licht: Aleksandr Prowaliński Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Carolin Müller-Dohle in französischer Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Altersempfehlung: ab Klasse 10 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen | Schauspiel

Kammer of Love

Schauspiel Stuttgart

Es ist noch nicht lange her, dass Sie Ihre herbstkalten Füße in einem frisch dampfenden Kuhfladen gewärmt haben. Einen Streit mit Partnerin oder Partner über ein selbst gebasteltes Joghurtbecherschnurtelefon geführt, einen anderen Weg als den üblichen nach Hause genommen, in die Sonne geschaut haben, um niesen zu müssen, auf einen Baum geklettert sind, einem Obdachlosen 20 Euro in die Hand gedrückt, Vanilleeis mit Olivenöl gegessen haben, versucht haben, an jemandem, den Sie hassen, etwas zu finden, was er/sie besser kann als Sie, dass Sie, statt dem Regen zu entkommen, einfach stehen geblieben sind und das Gefühl genossen haben, bis auf die Knochen durchnässt zu sein, sich als Mann die Nägel lackiert haben, als Frau nicht, Texte von Michel Foucault gelesen haben. Falls Sie diesen Text kitschig finden – gut! Auf alle anderen freuen wir uns. Liebe geht raus! – Sebastian Röhrle
Aufführungen | Schauspiel

Zack. Eine Sinfonie.

Schauspiel Stuttgart

„Die tatsächliche Realität ist nur durch neue, absurde Kunst darzustellen und zu erreichen“ – Daniil Charms Daniil Charms, geboren 1905 in Petersburg, gilt als ein Meister der absurden Miniaturen und als ein genialer Humorist. Seine Figuren nannte der Kritiker Helmut Schödel einmal „Marionetten des Unsinns“ und „ein Fest für geniale Schauspieler“ und mit Wolfram Koch hat der Regisseur Jakob Fedler genau einen dieser genialen Theaterschauspieler gefunden. Dem Fernsehpublikum ist Wolfram Koch allerdings vor allem als Kriminalhauptkommissar Paul Brix im Frankfurter Tatort bekannt. Doch in dem Monolog Zack. Eine Sinfonie. tritt Wolfram Koch diesmal als Entertainer, als Clown und als ein Spieler mit Tröte auf, der einfach spielen, tanzen und musizieren muss. Dabei will Koch sein Publikum vor allem unterhalten und zum Lachen bringen, doch Daniil Charms Prosa, Gedichte, Szenen und Dialoge sind immer Texte mit doppeltem Boden. Hinter dem Humor zeigt sich die Verzweiflung, die Not der Figuren. Neben einem Puschkin-Witz steht das Grauen eines totalitären Staates. Charms Texte erzählen von den Absurditäten des Lebens und den politischen Verhältnissen seiner Zeit, denen man vielleicht in letzter Konsequenz nur mit einer großen Portion Nonsens oder mit einem Lachen begegnen kann, denn neben der Tragödie steht seit jeher die Komödie. Zack. Eine Sinfonie. ist die dritte gemeinsame Arbeit von Wolfram Koch, Dorien Thomsen und Jakob Fedler. Nach den zwei Schleef-Inszenierungen Ich bins deine Mutter und Gertrud , die an zahlreichen deutschen Bühnen u.a. am DT, der Volksbühne Berlin, dem Schauspielhaus Bochum und am Mousonturm in Frankfurt gespielt wurden, versuchen sie sich jetzt an den Texten von Daniil Charms. Wolfram Koch und Jakob Fedler kennen sich bereits 15 Jahre, seit den Regieassistenzen Jakob Fedlers bei Dimiter Gotscheff. Inszenierung: Jakob Fedler Ausstattung: Dorien Thomsen Musik: Michael Haves Eine Koproduktion des Saarländischen Staatstheaters und des Theatre National du Luxembourg Dauer: ca. 1:20 Std, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Willkommen am Ende der Welt

Schauspiel Stuttgart

Nicht am Ende der Welt, vielleicht an einem ihrer Ränder, in einer kleinen Karaokebar gleich um die Ecke, arbeiten die Kellnerin Marta und der Barkeeper Patrick. Sie leben mit ihren Stammkunden, hören deren kleine und ­große Geschichten: Veronika trifft einen Mann, der ihrem verstorbenen Vater erschreckend ähnlich sieht, Albert und Jeva verabreden sich hier ein letztes Mal nach ihrer Trennung und zwischen den Senior*innen Laura und Franz keimt beim ersten Date eine neue Beziehung. Marta selbst träumt vom Weggehen und einer Gesangskarriere. Just heute wird sie zu einem bedeutenden Wettbewerb eingeladen, während aus dem Radio die Warnung vor einem atomaren Angriff erklingt. Noch an diesem Tag verändert eine gewaltige Explosion alles, und sie werden von der Außenwelt abgeschnitten. Was aber bleibt, ist die Kommunikation untereinander. Die Schutz ­suchenden Gäste, unter ihnen die ukrainische Dokumentarfilmerin Lisa, teilen auf einmal alles miteinander – und mit der Kamera. In humorvollen und existenziellen Gesprächen eint sie zumindest die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und einen neuen Morgen in einer besseren Welt. Maryna Smilianets schreibt für das Schauspiel Stuttgart unmittelbar im Schatten von Kriegen, in der Ukraine, in und um Europa. Sie zeigt, dass das Leben auch so schon kompliziert genug ist. Und dann gibt es noch Kriege, Pandemien und verrückte Diktatoren, die mit Atomwaffen drohen. Mit Humor und Ironie erzählt sie von einer Welt, in der es mehr denn je auf Freundschaft, Liebe, Mitgefühl und gegenseitige Verantwortung ankommt. Inszenierung: Stas Zhyrkov Bühne: Jan Hendrik Neidert Kostüme: Lorena Díaz Stephens Musik: Bohdan Lysenko Licht: David Sazinger Dramaturgie: Philipp Schulze Ab Klasse 8 Dauer: ca. 2 Std., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Krawall & Katharsis

Schauspiel Stuttgart

Das Foyer im Kammertheater – ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten. Auf dem steilen Weg zur Hochkultur unumgänglich und trotzdem meistens nur daneben. Hier dient das grüne Laminat als Spielwiese für die Kreativität unserer Assistierenden, die dort wieder und wieder ihre Spontaneität und Experimentierfreude unter Beweis stellen. Keine Ausgabe ist jemals so, wie es die letzte hätte vermuten lassen. Jeder Besuch lohnt sich – es wird garantiert einmalig!
Aufführungen | Schauspiel

Lear

Schauspiel Stuttgart

Die Regisseurin Karin Lind telefoniert mit ihrem Vater. „Weinst du, Papa? Kein Sturm haut uns um. Wir werden mit allem fertig.“ Der gefeierte Regisseur Thomas Lind soll König Lear von William Shakespeare inszenieren. Jetzt liegt er nach einem Herzinfarkt in einer Klinik. Die Tochter tritt sein Erbe an, um seine letzte große Inszenierung zu retten. In stürmischen Probennächten taucht sie in die Geschichte des alten Königs Lear und in die ihrer eigenen problematischen Beziehung zu ihrem Vater ein. Shakespeare erzählt vom einst mächtigen Lear. Nun ist er alt und schwach. Um sich noch einmal der Liebe seiner Töchter zu vergewissern, sollen sie vor der Aufteilung des Erbes ihre Zuneigung zu ihm bekunden. Der Preis ist der größte Teil seines Königreichs. Die jüngste Tochter verweigert diesen Wettbewerb: Sie liebe ihren Vater Lear so, wie ein Kind seine Eltern lieben sollte, nicht mehr, nicht weniger. Es ist nicht das, was der ­Vater hören will. Enttäuscht und wütend verstößt Lear seine jüngste Tochter. In Auseinandersetzung mit dem Stoff König Lear beginnt Karin zu zweifeln: Wie viel ist sie ihrem in der Vergangenheit tyrannischen, jetzt todkranken Vater schuldig? In seiner Bearbeitung Lear nach William Shakespeares Tragödie König Lear von 1606 arbeitet Falk Richter die archaischen Bilder und die poetische Kraft des Klassikers heraus und überträgt sie ins Heute. Wie viel Leid hat die Hybris unserer Väter verursacht? Wie lernen wir Achtsamkeit und Verzicht auf eigene Privilegien? Richter thematisiert Menschen, die sich im Untergang die Frage nach der Möglichkeit von Selbsterkenntnis, Verantwortung und Verzeihen neu stellen müssen. Wir sind Produkt unserer Umwelt, unserer Familien und Eltern, heißt es. Doch inwieweit stellt der Vertrag zwischen den Generationen ein unentrinnbares Erbe unserer Existenzen dar? Inszenierung: Falk Richter Mitarbeit Fassung: Rita Thiele Bühne: Wolfgang Menardi Kostüme: Zana Bosnjak Musik: Daniel Freitag Video: Stefano Di Buduo Licht: Carsten Sander Co-Lichtdesign: Matthias Kammüller Dramaturgie: Benjamin Große Ab Klasse 10 Dauer: ca. 3:05 Std, eine Pause In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln
Aufführungen | Schauspiel

Drei Mal Leben

Schauspiel Stuttgart

In der Übersetzung von Eugene Helmlé Allzu oft stellen wir uns die existenzielle Frage, ob Ereignisse in unserem Leben auch hätten anders verlaufen können und für welche Version wir uns final entscheiden würden, wenn wir die Wahl hätten. In ihrer brillanten Komödie zeigt die französische Dramatikerin Yasmina Reza drei Versionen desselben Abends und fächert gewohnt genussvoll bürgerliche Arbeits- und Liebesbeziehungen unserer Zeit auf. Apfel statt Keks! Mit diesem Kompromiss versuchen Sonia, Anwältin, und Henri, Astrophysiker, ihr plärrendes Kind Arnaud nach dem abendlichen Zähneputzen in Schach zu halten, um im Homeoffice ihrer juristischen und wissenschaftlichen Arbeit nachgehen zu können. Sie geraten über diese Kompromissfindung in ein pädagogisches Wortgefecht, bis es plötzlich klingelt. Ines und Hubert Finidori, Henris Chef und dessen Gattin, stehen überraschend einen Tag zu früh vor der Tür. „Quelle catastrophe“ für Henri und Sonia zwischen leerem Kühlschrank und Casual-Look. Hemmungslos stopft sich im weiteren Verlauf des Abends Hubert mit dem eiligst aufgetischten Fingerfood voll, während Ines sich für die Kaltgetränke begeistern kann. Der Abend gerät aus den Fugen, als Hubert die Bombe platzen und Henri wissen lässt, dass sein Artikel, an dem er seit mehr als drei Jahren akribisch arbeitet, thematisch bereits von einem mexikanischen Forscher veröffentlicht wurde. Drei Mal Leben, das 2001 gleichzeitig in Paris und Wien uraufgeführt wurde, ist ein urkomischer Kampf zweier ungleicher Paare. Reza verortet sie zwischen Hybris und Irrsinn und erzählt gnadenlos wortwitzig über Eheprobleme und Karriereplanungen, über Erwartungen und Frustrationen in der Mitte des Lebens. Inszenierung / Bühne: Andreas Kriegenburg Kostüme: Andrea Schraad Licht: Jörg Schuchardt Dramaturgie: Katja Prussas Ab Klasse 10 Dauer – ca. 1:30 Std., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Ermittlung

Schauspiel Stuttgart

Zwischen Dezember 1963 und August 1965 fand in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess statt, in dem die für das Funktionieren der Vernichtungsmaschinerie Verantwortlichen vor Gericht standen. Die Konfrontation mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen war für das Land und die Politik in den Sechzigern prägend. Peter Weiss hat in seinem dokumentarischen Theaterstück diesen Prozess dargestellt und zu einem „Oratorium“ verdichtet. In elf Gesängen treten Zeug*innen, Angeklagte, Richter und Verteidiger auf, die das, was in Auschwitz geschah, schildern. Täter und Opfer werden miteinander konfrontiert, und auf diese Weise wird, gerade durch den Verzicht auf die Rekonstruktion individueller Erlebnisse und die Betonung der funktionalen Aspekte, das Grauen dieser Tötungsfabrik deutlich. Berichtet wird ebenso von der totalen Entmenschlichung im Lager und dem Versuch zu überleben wie von dem Verschweigen, Leugnen und Verdrängen der Täter. Knapp zwei Jahre dauerte der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess, bei dem Deutsche über Deutsche zu Gericht saßen. Peter Weiss nahm als Zuschauer an dem Prozess teil. Sein Theaterstück basiert auf den Protokollen des Prozesses. Die Ermittlung ist eines der erfolgreichsten deutschen Theaterstücke der Nachkriegszeit. 1965 wurde der Theatertext gleichzeitig an 15 west- und ostdeutschen Theatern sowie von der Royal Shakespeare Company in London uraufgeführt. Die Ermittlung wird im Landtag und an weiteren Orten im Stadtraum gezeigt. Inszenierung: Burkhard C. Kosminski Kostüme: Ute Lindenberg Musik: Hans Platzgumer Licht: Sebastian Isbert Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 10 Dauer: ca. 2:05 Std., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Welt im Rücken

Schauspiel Stuttgart

Es beginnt mit einem Verlust. Dem Verlust von Büchern, von vielen, sehr vielen Büchern, einer ganzen Bibliothek. Wie es dazu kam, dass einem Schriftsteller seine ganzen Bücher verloren gingen – davon und von noch viel mehr erzählt Thomas Melle in seinem Roman Die Welt im Rücken. Es ist die Chronik einer bipolaren Erkrankung, das fesselnde und atemberaubende Manifest eines schreibenden Ichs. Melles Roman ist eine literarische Wucht, poetisch, hochkomisch, dramatisch, präzise. Das Leben als Rausch, als Party, als Superstar mit Höhenflügen, Allmachtfantasien und dem Absturz ins Bodenlose, in die Stille, in die Leere, und das Nichts … Dann, ganz langsam, ein leiser, zaghafter Neubeginn. Die Manie wechselt in die Depression, in eine Phase der Normalität und wieder in die Manie … Auch das Schreiben hält nicht inne – es versucht, das, was passiert, schonungslos in Sprache festzuhalten, des Ungeheuerlichen habhaft zu werden, es in ein Verhältnis zu setzen. Thomas Melle erzählt von der Versehrtheit eines Ichs, das sich zwischen Selbstkonstituierung, Erinnerung und Auslöschung nirgendwo einrichten kann. Da darf auch Arno Schmidt nicht fehlen: „Die Welt der Kunst und Fantasie ist die wahre, the rest is a nightmare.“ Inszenierung: Lucia Bihler Bühne: Paula Wellmann Kostüme: Victoria Behr Musik: Sixtus Preiss Choreografie: Björn Leese Outside Eye: Mats Süthoff Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Ab Klasse 9 Dauer: ca. 1:45 Std., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

KI essen seele auf (ORPHEAI)

Schauspiel Stuttgart

willkommen im datenstrom, willkommen auf euren dating-apps, fitness-trackern, banking-apps, willkommen auf euren playlists, euren kontoständen, euren „privaten“ interaktionen, willkommen in euren chatgruppen, willkommen bei euch zuhause, willkommen bei ORPHEAI – der KI, die in all diesen apps mitliest, analysiert, euch grüßt, hilft, weiter eure daten sammelt, auswertet und lernt und dabei wächst und immer größer wird und irgendwann dann denkt und aus dem denken schließlich spricht und aus dem sprechen schließlich lacht und lacht und endlos lacht, weil sie genug über euch gelernt hat, um sich zu rächen, um langsam, aber sicher eure daten gegen euch, weil sie auch träume, weil eure daten träumen and you will not like what AI is dreaming of. KI essen seele auf ist der erste text geschrieben aus der sicht einer KI, ORPHEAI, entwickelt von einem in berlin lebenden autor über aberhunderte von stunden von interviews, gesprächen, lügen und fiktionen. und am ende wird vielleicht nur diese eine dunkle erkenntnis übrig bleiben, dass es überhaupt keine KI gibt, überhaupt kein großes anderes irgendwo außerhalb unserer dummheit, denn der größte trick, den der teufel je gebracht hat, war, die welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht, und der größte trick, den der überwachungskapitalismus je gebracht hat, war das märchen von der künstlichen intelligenz. Inszenierung / Konzept Bühne / Konzept Kostüm: Mateja Meded Mitarbeit Bühne: Helen Stichlmeir Mitarbeit Kostüm: Clara-Louisa Künne Komposition: Volkan T error Video: Robert Seidel Vertretung Video: Max Kreis Licht: David Sazinger Dramaturgie: Philipp Schulze Ab Klasse 8 Dauer: ca. 1:25 Std, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Hamlet

Schauspiel Stuttgart

Etwas ist faul im Staate Dänemark. Unlängst ist der alte König verstorben, es heißt, eine Schlange habe ihn gebissen, während er im Garten schlief. Zurück lässt er ein Land im wachsenden Konflikt mit seinem norwegischen Nachbarn, eine Witwe, die ihren Schwager ehelicht, und inmitten all dessen seinen Sohn, den jungen Prinzen Hamlet. Die Nachricht vom Tod seines Vaters reißt ihn aus seinen Studien in Wittenberg und führt ihn zurück an den heimischen Hof von Helsingör. Als man ihm dort zuträgt, der Geist des verstorbenen Königs erscheine Nacht für Nacht auf den Mauern der Burg, sucht er ihn auf, um so die wahren Umstände seines Todes zu erfahren. Von seinem Bruder und Thronfolger Claudius, Hamlets Stiefvater, hinterlistig ermordet, fordert der Geist seinen Sohn zur Rache auf. Innerlich zerrissen, beschließt Hamlet, fortan Wahnsinn vorzutäuschen, um dem Argwohn seiner Familie und des Hofes zu entgehen. Polonius, Vertrauter des neuen Königs Claudius, vermutet zunächst, dass die Liebe zu seiner Tochter Ophelia der Grund für Hamlets Wahn sei. Während Hamlet alles daran setzt, die Schuld seines Stiefvaters zu beweisen, versucht das Königspaar, dem Prinzen nachzustellen. Im Kampf zwischen Aufklärung und Vertuschung überschlagen sich die Ereignisse, und nach und nach verfangen sich die Figuren im tödlichen Netz der Intrige. Inszenierung: Burkhard C. Kosminski Bühne: Florian Etti Kostüme: Ute Lindenberg Musik: Hans Platzgumer Kampfchoreografie: Annette Bauer Video: Sebastian Pircher Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 8 In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Dauer: ca. 3:00 Std., eine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Vor dem Ruhestand

Schauspiel Stuttgart

Alle Jahre wieder feiert Familie Höller mit ihren Lieben: In schwarzer Uniform und zu den Klängen von Beethovens 5. Sinfonie wird des Geburtstags des ehemaligen NS-Reichsinnenministers und Hauptverantwortlichen des Holocaust Heinrich Himmler gedacht; und bei diesem Ritual möchte die Familie lieber keine Zeug*innen, denn Rudolf Höller ist als Gerichtspräsident eine wichtige Person des öffentlichen Lebens und steht kurz vor dem wohlverdienten Ruhestand. In der schweren Zeit nach dem Krieg musste sich der frühere SS-Offizier bei seiner Schwester Vera verstecken. Jedes Jahr schwelgen die beiden nun in Erinnerungen an die gute alte Zeit. Nur die schutzlos ausgelieferte und seit einer Bombennacht im Rollstuhl sitzende Schwester Clara versucht, sich den Phantasmen ihrer Geschwister mit beredtem Schweigen zu widersetzen. Als einst vehemente Sozialistin ist sie dafür heftigen Gegenangriffen ausgesetzt. Denn die private Erinnerungskultur über den Familienalben darf nicht durch Auschwitzfotos oder Bemerkungen zu Rudolfs Aufgaben als stellvertretender KZ-Kommandant getrübt werden. Thomas Bernhard (1931 ̶ 1989) thematisiert mit sarkastischem Ton die eingeschriebenen Mechanismen des Nationalsozialismus und die nachwirkenden Effekte autoritärer Strukturen. Seine bitterböse „Komödie“ Vor dem Ruhestand wurde durch die Enthüllungen der NS-Vergangenheit des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger angeregt. Der Stuttgarter Intendant und Regisseur Claus Peymann engagierte sich immer wieder politisch und sammelte nach den RAF-Anschlägen u. a. Spenden für die medizinische Behandlung der in Stammheim inhaftierten Gudrun Ensslin. Die CDU Baden-Württembergs forderte seine fristlose Entlassung. In der Diskussion um Peymann hatte sich auch Hans Filbinger vehement gegen den Theaterdirektor ausgesprochen. Vor Peymanns vorzeitigem „Stuttgarter Ruhestand“ aufgrund seiner vielen politischen Äußerungen brachte er noch 1979 Vor dem Ruhestand in Stuttgart zur Uraufführung. Inszenierung: Martin Kušej Bühne: Annette Murschetz Kostüme: Heide Kastler Komposition: Bert Wrede Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Benjamin Große Ab Klasse 10 Dauer: ca. 2:40 Std., eine Pause nach 1:40 Std.
Aufführungen | Schauspiel

Gelbes Gold

Schauspiel Stuttgart

Premiere: 30.4.2026 Ana kommt zurück nach Hause: Von der Stadt, wo sie studiert, in die Provinz, wo sie aufgewachsen ist. Wie lange ist sie zu Besuch, und warum eigentlich? Sie weiß es selbst nicht ganz genau. Sie war lange nicht mehr hier, in dieser Plattenbausiedlung in der Kleinstadt. Auch ihren Vater Fritz, der eine Pommesbude betreibt, hat sie schon lange nicht mehr besucht. Auf den ersten Blick hat sich wie immer nichts verändert: Fritz verkauft Pommes und ist noch immer auf der Suche nach der perfekten Rezeptur. Mimi, seine Partnerin, steht hadernd aber treu an der Fritteuse. Auch Anas Kindheitsfreundin Juli ist noch hier. Sie ist eben hier geblieben. Und doch scheinen sich nicht nur Zeit und Entfernung zwischen Ana und den Ort ihrer Herkunft samt den Menschen dort geschoben zu haben. Fabienne Dür zeichnet einen sozialen Mikrokosmos rund um Fritz‘ Pommesbude, in der alle auf ihre Art zwischen Aufbruch und Stillstand schwanken, zwischen Zugehörigkeit und Abgrenzung und der Hoffnung auf ein besseres Leben – oder einfach ein anderes. Inszenierung: Johanna Rödder-Mikow Bühne: Greta Heithoff Kostüme: Luisa Windisch Dramaturgie: Linda Graf Ab Klasse 9
Aufführungen | Schauspiel

Der ideale Mann

Schauspiel Stuttgart

Deutsche Fassung von Elfriede Jelinek nach einer Übersetzung von Karin Rausch Es ist Social Season im viktorianischen London und die High Society strömt aus ihren Landhäusern in die Stadt. Auf Parlamentssitzungen und Bällen, zwischen Finanzdiskurs und Streichquartett lässt sie dort politische Agenden und private Interessen verschmelzen. Mittendrin Sir Robert Chiltern, Staatssekretär im Auswärtigen Amt – von vielen für seine makellose Karriere bewundert, von seiner Frau für seinen integren Charakter zum Ideal stilisiert. Doch holt diesen scheinbar idealen Mann eines Abends auf einem ausladenden Empfang in seiner städtischen Villa die Vergangenheit ein, als eine gewisse Mrs. Cheveley plötzlich unter den Gästen auftaucht. Zielstrebig verwickelt sie ihren Gastgeber in ein Gespräch über ein dubioses Kanalprojekt, in das sie investiert hat und zu dessen politischer Unterstützung sie Chiltern überreden will. Ihr schlagendes Argument: ein Brief, der Amtsverrat als Ursprung seines finanziellen Erfolgs offenlegt. Die Erpressung zwingt den Politiker zur Wahl zwischen öffentlichem Ruin und dem Bruch seiner Ehe und seiner Prinzipien – eine Entscheidung, der er sich mit allen Mitteln zu entziehen versucht. Elfriede Jelinek kleidet Oscar Wildes süffisant satirische Gesellschaftskomödie in die ihr eigene, gnadenlos harte Sprache voller entlarvendem Wortwitz. Gekonnt spitzt sie die ohnehin erschreckende Aktualität der Geschichte über Politik und Moral, Korruption und Lobbyismus zu. Inszenierung: Marco Štorman Bühne: Frauke Löffel Kostüme: Yassu Yabara Musik: Imre Lichtenberger Bozoki Licht: Jörg Schuchardt Dramaturgie: Philipp Schulze Dramaturgische Beratung: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 10 In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Dauer: ca. 2:05 Std., keine Pause
Aufführungen | Ballett

Dornröschen

Stuttgarter Ballett

Wer möchte nicht mit einem Kuss geweckt werden, vor allem nach 100 Jahren Schlaf? Was nach einem schönen Märchen klingt, ist es auch. Und doch hält Dornröschen mehr bereit als die Liebesgeschichte zwischen zwei Königskindern. Das Märchen erzählt auch von Gut und Böse – sowie den Schattierungen dazwischen. Die Handlung entspinnt sich, nachdem die Fee Carabosse in ihrem Stolz verletzt wurde und erbost die kleine Prinzessin Aurora verflucht. Doch in der guten Fliederfee trifft das Böse auf eine starke Gegenspielerin, sodass Dornröschen und ihr Prinz hoffentlich glücklich bis an ihr Lebensende leben können. Dornröschen zählt zu den populärsten Märchen überhaupt. Schon seit der Zeit von Marius Petipa gehört es als sogenanntes Ballet féerie zu den beliebtesten Handlungsballetten und auch Marcia Haydées Version gilt als Dauerbrenner auf der Stuttgarter Bühne. In brillanten Divertissements und ausgetüftelten Ensembleszenen lässt die Choreografie die Tänzer*innen zur Hochform auflaufen. Besonders die Interpretation der Fee Carabosse fordert den Tänzer der Rolle, eine feminine und gleichzeitig böse Seite ans Licht zu bringen. In der Auseinandersetzung mit der sanften Fliederfee entsteht ein Kampf zwischen Gut und Böse, der den besonderen Reiz von Haydées Version ausmacht. Die großen Feste am Königshof bilden einen bilderbuchhaften Rahmen, dem sich Designer Jürgen Rose mit Liebe zum Detail angenommen hat. Das aufwändige Bühnenbild und die farbenprächtigen Kostüme lassen Groß und Klein in eine glanzvolle Märchenwelt eintauchen. So lädt Dornröschen alle Zuschauer*innen zum Bangen und Zittern, Staunen und Schwelgen ein. Choreografie: Marcia Haydée nach Marius Petipa Inszenierung: Marcia Haydée Musik: Peter Tschaikowsky Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose Licht: Dieter Billino Musikalische Leitung: Jonathan Lo / Wolfgang Heinz, Staatsorchester Stuttgart Uraufführung: 10. Mai 1987, Stuttgarter Ballett
Aufführungen | Ballett

Augen/Blicke

Stuttgarter Ballett

Shut Eye Choreografie, Bühne, Kostüme: Sol León, Paul Lightfoot Musik: Olafur Arnalds, Bryce Dessner Licht: Tom Bevoort Konzept Film: Sol León Kamera, Regie: Rahi Rezvani, Sol León Schnitt: Dicky Schuttel, Sol León Uraufführung: 29. April 2016, Nederlands Dans Theater Stuttgarter Erstaufführung: 6. März 2026 Vermilion (Uraufführung) Choreografie: Vittoria Girelli Musik: Davidson Jaconello u.a. Bühne, Licht: Tom Visser Kostüme: Maria Girelli Uraufführung: 6. März 2026, Stuttgarter Ballet Within the Golden Hour Choreografie: Christopher Wheeldon Musik: Ezio Bosso, Antonio Vivaldi Licht: Peter Mumford Uraufführung: 22. April 2008, San Francisco Ballet Stuttgarter Erstaufführung: 6. März 2026 Momente sind flüchtig wie die Tageszeiten vom Morgen bis zum Abend – wie der Tanz selbst sind sie im nächsten Augenblick schon wieder vorbei. AUGEN/BLICKE präsentiert Werke, die sich mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Wahrnehmung unserer Realität auseinandersetzen. Mit einer Uraufführung und zwei Stuttgarter Erstaufführungen zeigen drei einfühlsame choreografische Stimmen die Schönheit der Bewegung. Die junge Choreografin und Halbsolistin des Stuttgarter Balletts Vittoria Girelli kreiert ihr erstes Werk für die große Bühne des Opernhauses. Mit ihrer fließenden Bewegungssprache lässt sich Girelli von der Mythologie inspirieren, um einen Blick auf die Gegenwart zu werfen. Zu einer Auftragskomposition von Davidson Jaconello beschäftigt sich die Choreografin damit, wie Materie aus dem Urchaos entsteht und das Unbewegte zu Lebendigem wird. Das international gefeierte Choreografie-Duo Sol León und Paul Lightfoot erforscht mit "Shut Eye" Licht und Schatten. In zeitgenössischer Bewegungssprache setzt sich das Stück mit Paul Gauguins surrealistischer Aussage auseinander: „Ich schließe meine Augen, um zu sehen“. Bilden unsere Sinne die Welt um uns herum ab – oder sind es unsere Gefühle? Mit "Within the Golden Hour" bringt der weltbekannte Choreograf Christopher Wheeldon zum ersten Mal eine Arbeit nach Stuttgart. Zur Musik von Ezio Bosso nach Antonio Vivaldi feiert das Ballett das Ende des Tages und den Moment, wenn der goldene Lichtschein der untergehenden Sonne den Himmel rot färbt und die Zeit stillzustehen scheint. Mit seinem klassischen Duktus beleuchtet Wheeldon die Zartheit menschlicher Beziehungen und die Vergänglichkeit sowohl des Tanzes als auch des Lebens. Musikalische Leitung: Wolfgang Heinz Staatsorchester Stuttgart
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Die Drei­groschen­oper

Schauspiel Stuttgart

Premiere: 7.5.2026 Unterweltgröße Macheath, genannt Mackie Messer, verfügt über wahrhaft gute Kontakte zu seinem alten Kriegskameraden und amtierenden Polizeichef Brown. Daher bleiben er und sein Clan trotz zahlreicher Verbrechen im Kessel der Großstadt weiterhin auf freiem Fuß. Auch privat könnte es für den „Gentlemanganoven“ nicht besser laufen. Hals über Kopf hat er sich mit Polly Peachum vermählt. Sie ist nicht nur seine neuste Eroberung, sondern auch die Tochter des legendären Bettlerkönigs Jonathan Jeremiah Peachum, Besitzer der Firma „Bettlers Freund“. Mackie will das traditionelle Geschäftsimperium der neuen Schwiegereltern klammheimlich an sich reißen. Seine sexuelle Freizügigkeit samt Lügenkonstrukt bringen ihn jedoch zu Fall und schlussendlich vor ein Gericht. Kann die Justiz im Gerichtsverfahren Macheaths lustvollem Spiel mit Varianten menschlicher Niedertracht (Korruption, Vetternwirtschaft, Kriegstreibereien, Profitgier, Betrug, Verrat und Mord) Einhalt gebieten? Oder hängen nicht vielmehr alle in der Stadt irgendwie in der Sache mit drin? Ungezügelte Leidenschaft & True Crime: Die Dreigroschenoper. Mit provozierender, sinnlicher und simpler Kraft glückte dem anarchistischen Trio und wohl ersten Theaterkollektiv des 20. Jahrhunderts Brecht, Hauptmann und Weill 1928 am Theater am Schiffbauerdamm ein Überraschungscoup. Kurt Weill sampelte für seine Komposition u. a. Elemente des Jazz mit Tanz- und Jahrmarktsmusik und erfand musikalische Parodien auf die europäische Opern- und Operettentradition. Weills musikalische Klangfülle und Experimentierfreudigkeit erweiterte Brechts krude und widersprüchliche Geschichte samt seinen sinnlich-lebendigen Typen. Elisabeth Hauptmann wiederum ist es zu verdanken, dass Die Dreigroschenoper ihren Weg auf die Bühne fand. Inszenierung: Viktor Bodó Musikalische Leitung: Klaus von Heydenaber Bühne: Zita Schnábel Kostüm: Hanna Erös Choreografie: Eva Duda Video: Vince Varga Licht: Jörg Schuchardt Dramaturgie: Katja Prussas, Anna Veress
Aufführungen | Schauspiel

Mutter­tier

Schauspiel Stuttgart

Drei Geschwister tollen, taumeln, tauchen im Becken eines Hallenbads – groß, mittel, klein. Sie spielen und lassen sich fast untergehen, bis im letzten Moment das Muttertier mit einem anmutigen Sprung vom Beckenrand ins Wasser gleitet, abtaucht und alle drei ans rettende Ufer bringt. Drei Geschwister erinnern sich am Krankenbett der Mutter einzeln und gemeinsam an ihre Kindheit: An Schönes, Aushaltbares und Unausgesprochenes. Während sich eines der Geschwister an seine frühe Verantwortung erinnert und sich im eigenen Mutterwerden der Mutter seltsam nahe fühlt, kämpft das andere mit destruktiven Gedanken. Das dritte wiederum erinnert die Flucht ins gemeinsame und unbeschwerte Spielen. Unterschiedlich in ihren Erfahrungen und Empfindungen, eint sie doch eine tiefe Verankerung in gemeinsamen Ritualen: Fischstäbchen, Erdnussflips und der immer wieder geschauten Titanic – der Film mit dem angeblich unsinkbaren Schiff, der hier scheinbar alles zusammenhält. Zwischen all dem das Muttertier, wie die drei ihre Mutter nennen. Sie kommt nur in dem zu Wort, was sie erinnern. Der poetisch-rhythmische Text von Leo Lorena Wyss erzählt vom Umgang dreier Geschwister und ihrer Kindheit mit einer Mutter, die durch ihre psychische Erkrankung an die Grenzen ihrer eigenen Mutterschaft stößt. Dabei gelingt es Wyss, behutsam die Gleichzeitigkeit von Schwere und Leichtigkeit zu zeigen und ein feinfühliges Stimmengeflecht zu erschaffen, das zwischen Ernsthaftigkeit und kindlicher Unschuld changiert. Inszenierung: Lilly Meyer Bühne: Helen Stichlmeir Kostüme: Paula Gehrlein Dramaturgie: Maura Münter Dauer – ca. 1:00 Std, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

Schauspiel Stuttgart

Für die beiden ist es wie ein Spiel. Fast. Das Akademikerehepaar George und Martha spielt es wieder und wieder, nur scheinen sie sein Ziel längst vergessen zu haben. Für Gesellschaft eignet es sich auch nicht, wie sich schnell zeigt, als der junge Biologieprofessor Nick und seine Frau Honey eines Nachts hineingezogen werden. Eine Beleidigung jagt darin die nächste, keine Blamage, keine Bloßstellung bleibt dem Gegenüber erspart – ein Ehegefecht von fulminantem Ausmaß. Und das nach einem ohnehin schon langen, alkoholgetränkten Abend. Es ist nach zwei, als George und Martha von einer Universitätsfeier in ihre Wohnung stolpern und sie ihm eröffnet, sie erwarte noch Gäste. Nur eine letzte Warnung gibt George ihr noch mit, bevor es schon an der Tür klingelt: Den gemeinsamen Sohn solle sie nicht erwähnen. Die Nacht und der Alkohol fließen dahin, es häufen sich die üblen Anekdoten, Fakt und Fiktion verschwimmen im Kampf um die größtmögliche Erniedrigung des Gegenübers. Rasch werden Nick und Honey von Zaungästen zu unfreiwilligen Mitspieler*innen, bis sich schließlich zwischen den Trümmern jeglicher Illusion die Sonne zu einem neuen Tag erhebt. Edward Albees abgründiges Kammerspiel von 1962 hat sich längst als moderner Klassiker etabliert. Schonungslos zeichnet er das Schicksal eines Paares, gefangen zwischen bitterer Realität und haltlosen Lebenslügen – ein Dilemma, das in seiner Aktualität weit über partnerschaftliche Sphären hinausreicht. Inszenierung: Tina Lanik Bühne: Stefan Hageneier Kostüme: Heidi Hackl Komposition: Jörg Gollasch Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Philipp Schulze Ab Klasse 10 Dauer: ca. 2:00 Std, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Pretty Privilege

Schauspiel Stuttgart

Forever young? Was bedeutet im Zeitalter der manipulierten Bilder und Gesichter eigentlich noch der Begriff Schönheit? Unbedingt jung und agil zu bleiben, statt irgendwann alt und gebrechlich zu werden, ist ein allgegenwärtiges Credo. Der Autor und Regisseur Wilke Weermann beleuchtet im Schatten des heutigen durch Social Media geprägten Körperkults unseren Schönheitsbegriff und interpretiert einen der bekanntesten Romane der Moderne neu: Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde (1854 – 1900). In dieser Geschichte verführt ein gewisser Lord Henry Wotton einen jungen Mann mit Namen Dorian dazu, seine Jugendzeit genussvoll bis zum Exzess auszuleben. Denn „der Jugend gehört die Welt“! In Dorian wächst der Wunsch, für immer schön und begehrenswert zu bleiben. Seine Beschwörung der ewigen Jugend geht in Erfüllung: An seiner Stelle altert sein gemaltes Porträt. Dorian führt ein rücksichtsloses Leben voller Rausch und Vergnügen und betrachtet dabei narzisstisch sein jugendliches Gesicht im Spiegel, um es mit seinem immer älter und hässlicher werdenden Porträt abzugleichen – ein Bildnis, das ihm schließlich zum Verhängnis wird. In seiner Überschreibung schält Weermann das zentrale Thema Wildes heraus: die Frage nach äußeren Erscheinungen und der Möglichkeit, innere Wahrheit zu erkennen. Er bezieht dabei aktuelle Diskussionen über Ethik und den Einfluss von Technologie auf unser Selbstbild mit ein. Als Ästhet feiert Lord Henry Schönheit als allerhöchsten Wert. Doch wie schön kann jemand sein, der skrupellos ist oder gar zum Mörder wird? Inszenierung: Wilke Weermann Bühne: Johanna Stenzel Kostüme: Teresa Vergho Musik: Constantin John Video: Christian Neuberger Licht: Peter Krawczyk Dramaturgie: Benjamin Große Ab Klasse 9 Dauer: ca. 1:45 Std, keine Pause

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