Aufführungen / Oper
Staatsoper Stuttgart
Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
- Morgen: I Did It My Way

- Premiere: Lady Macbeth von Mzensk
- Premiere: Der Miesepups
- Premiere: La traviata
- Tosca
- Lucia di Lammermoor

- Die schlaue Füchsin

- Einblicke
- Sing along
- Einblicke – Fokus: Sanierung
- Home Vibes - Gestalten im JOiN-Haus!
- Einblicke - Fokus: Chor und Orchester
- hässlich as fuck
- Hänsel und Gretel

- Tee&Techno
- Libretti lesen
- Guten Morgen, Schnee!
- Singend durch den Spielplan
- Station Paradiso

- Die Nacht der Lieder
- Einblicke für Kinder
- Gnadenlos Atemlos
- Der Spieler

- Kostümverkauf
- Die Oper Stuttgart zählt zu den bedeutendsten europäischen Opernhäusern und ist zugleich Teil des größten Mehrspartenhauses Europas.
Aufführungen / Theater
Schauspiel Stuttgart
Stuttgart, Oberer Schloßgarten 6
- Heute: Die Räuber

- Premiere: König Richard der Dritte
- Premiere: Kleiner Mann - was nun?
- Premiere: Flüchtige Welten
- Premiere: Herr der Diebe
- Spielplananalyse 26/27
- Die Dreigroschenoper

- Hamlet

- Zwischen zwei Menschen entsteht manchmal, wie selten, eine Welt
- Die Ermittlung

- Die Welt im Rücken

- Tanzende Idioten
- Die Politiker
- Offene Zweierbeziehung

- Heimkehr
- Black Box. Phantomtheater für 1 Person

- Sommersonnenwende

- Gelbes Gold
- KI essen seele auf (ORPHEAI)
- Kammer of Love
- Der ideale Mann

- Die unendliche Geschichte

- Pretty Privilege
- Das Theater der Stadt Stuttgart.
Aufführungen
| Oper
Aufführungen
| Oper
Der Spieler
Oper Stuttgart
Oper in vier Akten und sechs Bildern Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Roman von Fjodor Dostojewski Aus der eigenen Verlusterfahrung, die Dostojewski an den Roulette-Tischen deutscher Kurorte sammelte und all sein Geld sowie das seiner Geliebten verspielte, schlug er dennoch Kapital: Mit dem unter Hochdruck verfassten Roman Der Spieler befreite er sich 1866 aus einem erpresserischen Verlagsvertrag. Ein halbes Jahrhundert später faszinierte den jungen Sergej Prokofjew das Panoptikum der entwurzelten Romanfiguren, die im fiktiven Roulettenburg im Bann des Glück verheißenden Rades festsitzen. Axel Ranisch, der in dieser Spielzeit für eine Neuinterpretation des Rosenkavalier sorgt, inszenierte die Stuttgarter Erstaufführung von Prokofjews bitter-satirischer Oper. Alexej, Hauslehrer in Diensten der Familie des Generals, sitzt mit seinem Arbeitgeber in Roulettenburg fest. Hier lebt der General auf großem Fuß und amüsiert sich mit der Französin Blanche, die Vermögen bei ihm vermutet. Dabei ist der General zahlungsunfähig und wartet ungeduldig auf ein Telegramm mit der Nachricht vom Tod einer alten Moskauer Verwandten, der Babulenka, auf deren Erbschaft er hofft. Derweil lässt er sich vom Marquis wiederholt Geld vorstrecken. Jeder taktiert hier im Sinne der eigenen Interessen, nur Alexej hat weder Geld noch Ehren zu verlieren. Bis zur Besinnungslosigkeit in Polina, die Stieftochter des Generals verliebt, ist Alexej bereit, alles für diese zu tun. Da Polina selbst eine offene Rechnung zu begleichen hat, bringt sie Alexej dazu, in ihrem Auftrag und mit ihrem Geld Roulette zu spielen, was nicht von Erfolg gekrönt ist. Als die todkrank geglaubte Babulenka plötzlich in Roulettenburg auftaucht und ihr Vermögen beim Roulette auf die Null setzt, lösen sich die Zukunftsstrategien gleich mehrerer Figuren im Nichts auf. Nur Alexej sieht endlich seinen Moment gekommen: Besessen von der Idee, Polina mit Geld retten zu müssen, setzt er beim Roulette alles, was er hat, aufs Spiel. Musikalische Leitung: Rotem Nir Regie: Axel Ranisch Bühne: Saskia Wunsch Kostüme: Claudia Irro, Bettina Werner Video: Philipp Contag-Lada Licht: Valentin Däumler Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Miron Hakenbeck In russischer Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Altersempfehlung ab Klasse 8 Dauer: I.-III. Akt: ca. 1 Std. 25 Min., Pause: ca. 25 Min., IV. Akt: ca. 40 Min. 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Oper
La traviata
Oper Stuttgart
Premiere: 13.12.2026 Melodramma in drei Akten Libretto von Francesco Maria Piave Uraufführung 1853 in Venedig Ein Tisch, ein Stuhl, eine angedeutete Tür – sonst nichts. Im Hintergrund das Orchester, vorne der Zuschauerraum und dazwischen: Violetta. Allein. Der Raum zwischen Orchester und Publikum, die Bühne, ist fast leer und dennoch erfüllt mit Klang, Sehnsucht, Erinnerungen und Projektionen. Ein Raum existenzieller Einsamkeit, der zur inneren Welt einer Frau wird, die es wagt, radikal zu lieben und zu leben. Die Liebe als Ausnahmezustand, als gefährliches Wagnis, führt gerade in der Oper nicht selten zum Tod. In der Inszenierung von Benedikt von Peters La traviata wird dieser Zustand nicht einfach erzählt, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht: Nicole Chevalier steht als Violetta den gesamten Abend allein auf der Bühne. Ein Kraftakt sondergleichen, der Violettas unbedingten Wunsch nach einem Gegenüber, nach bedingungsloser Liebe zeigt. Bis zuletzt hält sie mit einer Intensität am Ideal dieser Liebe fest, die weit über eine konventionelle Darstellung hinausgeht. Die Inszenierung von Benedikt von Peter, die 2013 erstmals gezeigt wurde, hat seither mehrere Wiederaufnahmen erlebt. Sie gehört zu seinen persönlichsten Arbeiten und ist eng mit Nicole Chevalier verbunden, die die Violetta von Beginn an verkörpert hat. Deren künstlerische wie persönliche Entwicklung ist über die Jahre in die Inszenierung eingeflossen. Für Benedikt von Peter ist die Produktion in Stuttgart daher nicht bloß eine weitere Wiederaufnahme, sondern die Weiterarbeit an einem offenen theatralen Prozess, in dem sich Interpretation, Figur und Zeit fortwährend verändern und vertiefen. Musikalische Leitung: Roberto Kalb Regie: Benedikt von Peter Bühne: Katrin Wittig Kostüme: Geraldine Arnold Licht: Thomas Kleinstück Dramaturgie: Sylvia Roth, Johanna Mangold Chor: Jeremy Bines in italienischer Sprache Altersempfehlung: ab Klasse 8 Dauer: ca. 2 Std. 30 Min. (keine Pause) Die präzisere Angabe der Dauer erfolgt zur Premiere. 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Oper
Hänsel und Gretel
Oper Stuttgart
Märchenspiel in drei Bildern Libretto von Adelheid Wette nach dem Märchen der Brüder Grimm „Ranischs Bilder haben Herz, Witz, Fantasie, sie bieten Kindern Spaß und Erwachsenen einigen Denkstoff“, konstatierten die Stuttgarter Nachrichten nach der Premiere von Axel Ranischs Neuinszenierung 2022. Auch in dieser Saison ist die berühmteste Märchenoper überhaupt zurück auf der Opernbühne. Doch was ist, wenn der Märchenwald abfackelt? Und Lebensmittel knapp werden? Die Knusperhexe verspricht, das Versorgungsproblem gleich für alle zu lösen. Hänsel und Gretel finden heraus, wie der Süßkram, den sie verteilt, hergestellt wird: aus höchst zweifelhaften Zutaten. Wie aber die Hexe besiegt wird und es trotz aller Tristesse Hoffnung gibt, finden Sie am besten zusammen mit Kindern heraus! Im Hause Besenbinder regieren Hunger und Tristesse: Hänsel und Gretel haben ihre Hausarbeiten vernachlässigt und dann auch noch im Gerangel einen wertvollen Topf Milch zerdeppert. Zur Strafe schickt die Mutter sie raus in den Wald um dort etwas Essbares zu finden. Der Vater weiß jedoch, dass es da nichts zu holen gibt und auch, wer dort lauert: die Knusperhexe! Sie fängt sich gerne Kinder und frisst sie auf. Bevor die Eltern ihre Kinder wiederfinden, sind diese auch schon den zuckrigen Versprechungen der Hexe auf den Leim gegangen. Doch schlau wie sie sind, halten sie zusammen und bald steckt statt ihrer die Hexe selbst im Ofen. Am Ende sind Kinder und Eltern wieder glücklich vereint – aber so richtig was verändert hat sich nichts an der Ausgangssituation mit dem Hunger. Oder doch? Musikalische Leitung: Dominic Limburg Regie: Axel Ranisch Bühne: Saskia Wunsch Kostüme: Alfred Mayerhofer Choreografie: Janine Grellscheid Video: Philipp Contag-Lada Licht: Reinhard Traub Dramaturgie: Franz-Erdmann Meyer-Herder Kinderchor: Bernhard Moncado Altersempfehlung: ab Klasse 5 in deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: I. + II. Bild: ca. 1 h, Pause: ca. 25 min., III. Bild: ca. 45 min. 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Oper
Station Paradiso
Oper Stuttgart
von Sara Glojnarić Libretto von Tanja Šljivar (Recherche und Mitarbeit: Mina Milošević) auf der Basis von Interviews von Sara Glojnarić mit Sara Alterio, Ivana Andjelic, Marijan Bernardić, Davide Durante, Goran Jurić, Sezen Kaçar, Milenko Moćiljanin, Aleksandar Radojčić, Sophia Sadzakov, Sara Tomšić Übersetzung von Mascha Dabić Eine Oper über Stuttgart und aus Stuttgart heraus: Station Paradiso erzählt die Geschichten von neun Menschen, die gemeinsam auf einen Roadtrip Richtung Süden gehen. Der Preis für die Fahrt: ein Lied. Nostalgie und Träume, Tragödien und Komik, Rituale und Sprachenvielfalt verweben sich zu einer poetisch-surrealen Mixtape-Oper. Die kroatische Komponistin Sara Glojnarić hat Menschen getroffen, die sich im Stuttgarter Raum seit den 50ern angesiedelt haben – und sie hat ihnen zugehört. Was dabei entstand, ist ein generationsübergreifendes Songbook der Stadt. Kann eine herausgekramte LP-Hülle Erinnerungen über Länder und Generationen hinweg zum Leben erwecken? Station Paradiso sucht das Gefühl von Zuhause in all diesen Geschichten zwischen einem Stuttgarter Busbahnhof, Anatolien und Neapel. Geschichten, die bisher noch nie auf einer Opernbühne erzählt wurden. Musikalische Leitung: Peter Rundel Regie: Anika Rutkofsky Bühne: Christina Schmitt Kostüme: Adrian Stapf Video: Manuela Hartel Licht: Volker von Schwanenflügel Dramaturgie: Julia Schmitt in bosnischer, kroatischer, serbischer, italienischer, türkischer und deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Altersempfehlung: ab Klasse 8 Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (keine Pause) 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Oper
Lucia di Lammermoor
Oper Stuttgart
Dramma lirico in drei Akten Libretto von Salvadore Cammarano, nach dem Roman The Bride of Lammermoor von Sir Walter Scott In Donizettis Lucia di Lammermoor geraten Liebe, Hoffnung und menschliche Beziehungen unter dem Druck patriarchaler Gewalt in eine zerstörerische Dynamik. Im Mittelpunkt steht Lucia, deren Bruder Enrico die Zukunft der Familie sichern muss und deshalb ihre Heirat mit dem wohlhabenden Lord Arturo durchsetzt. Doch Lucia liebt Edgardo, den Erzfeind ihres Bruders. Als Enrico davon erfährt, setzt er eine Spirale in Gang, die in Gewalt und Tod mündet. In der Inszenierung von Katie Mitchell, entstanden 2016 für das Royal Opera House in London, steht Lucias Perspektive konsequent im Zentrum. Mitchell zeigt sie nicht als fragile, dem Wahnsinn verfallende Figur, sondern als lebenszugewandte, vielschichtige Persönlichkeit, die in der Liebe zu Edgardo erstmals Erfüllung erfährt. Deren Verlust, die erzwungene Heirat und ihr Mord an Arturo führen schließlich zu ihrem psychischen Zusammenbruch. Die berühmte „Wahnsinnsszene“ im dritten Akt erscheint dabei nicht als Opernkonvention, sondern als nachvollziehbare Folge konkreter, traumatischer Erfahrungen. Die Inszenierung verlegt die Handlung – entgegen der Vorlage von Walter Scott, die im späten 17. Jahrhundert angesiedelt ist – in die 1830er und 1840er Jahre, in die Epoche der dunklen Romantik. Gothisch-romantische Bildwelten schaffen eine unheimliche, verschwörerische Atmosphäre und machen das Geschehen zu einem psychologischen Thriller. Im Zusammenspiel mit Donizettis ergreifender Musik und dem Belcanto-Gesang, der Stimme und Emotionen schonungslos freilegt, gelingt es Mitchell, das Werk fern von dekorativem Historismus als erschütternd gegenwärtiges Drama erfahrbar zu machen. Musikalische Leitung: Andriy Yurkevych Regie: Katie Mitchell Mitarbeit: Regie/szen. Einstudierung Robin Tebbutt Bühne & Kostüme: Vicki Mortimer Choreografie: Joseph Alford Licht: Jon Clark Dramaturgie: Johanna Mangold Chor: Bernhard Moncado in italienischer Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache Altersempfehlung: ab Klasse 8 Dauer: 1. Teil: ca. 1 Std. 30 Min.. ca. 30 Min. Pause, 2. Teil: ca. 1 Std. 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Foyer I. Rang statt.
Aufführungen
| Schauspiel
Pretty Privilege
Schauspiel Stuttgart
nach Oscar Wildes Roman Das Bildnis des Dorian Gray Forever young? Was bedeutet im Zeitalter der manipulierten Bilder und Gesichter eigentlich noch der Begriff Schönheit? Der Autor und Regisseur Wilke Weermann beleuchtet unseren Schönheitsbegriff im Schatten des heutigen durch Social Media geprägten Körperkults und interpretiert einen der bekanntesten Romane der Moderne neu: Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde (1854 – 1900). Dorian Gray hat den Wunsch, für immer schön und begehrenswert zu bleiben, und seine Beschwörung geht in Erfüllung: An seiner Stelle welkt und altert sein gemaltes Porträt – ein Bildnis, das ihm schließlich zum Verhängnis wird. In Pretty Privilege von Wilke Weermann (Uraufführung und Auftragswerk des Schauspiels Stuttgart) erzählt Weermann von einer Welt, in der Schönheit, Gesundheit und Sichtbarkeit zur entscheidenden Währung geworden sind. Im Zentrum steht hier die Schauspielerin Sibyl Vane, die ihr digitales Abbild erstellen lässt, um den steigenden Anforderungen einer Industrie zu entsprechen, die Perfektion, ständige Verfügbarkeit und Reproduzierbarkeit verlangt. Während ihr Avatar Sibyl-2 Karriere macht, Preise gewinnt und zur Projektionsfläche kollektiver Sehnsüchte wird, beginnt ihr reales Leben zu zerfallen. Parallel dazu etabliert Dorian Gray ein System radikaler Selbstoptimierung und Datengläubigkeit: Mit Hilfe von Tracking, Algorithmen und künstlicher Intelligenz verspricht er ein Leben jenseits von Krankheit, Alter und Erfahrung. Henry Wotton, ein medial allgegenwärtiger Intellektueller, hat sein öffentliches Denken längst an eine KI ausgelagert, während er selbst körperlich und psychisch verschwindet. Zurück bleibt eine Gesellschaft, in der das Abbild um die Welt reist – und der Mensch selbst zum Abfallprodukt wird. Das Stück verhandelt Fragen von Identität, Körper, Begehren und Verantwortung in einer Gegenwart, in der das Bild mächtiger ist als das Leben und Optimierung als Fürsorge verkauft wird. Was bleibt vom Menschen, wenn Erleben delegiert, Denken ausgelagert und Schönheit technisiert wird? Inszenierung: Wilke Weermann Bühne: Johanna Stenzel Kostüme: Teresa Vergho Musik/Sounddesign: Constantin John Video: Christian Neuberger Licht: Peter Krawczyk Dramaturgie: Benjamin Große Ab Klasse 9 Dauer – ca. 1:45 Std, keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Offene Zweierbeziehung
Schauspiel Stuttgart
Ein Mann und eine Frau. Einst liebten sie sich vielleicht, doch davon ist nur wenig geblieben. So weit nichts Neues. Um sich aus dem Trott zu befreien, beschließen sie, ihre Beziehung zu öffnen. Vielmehr öffnet er, und sie zieht mit – oder versucht es zumindest. Während er ihr täglich neue Kandidatinnen präsentiert, fällt es ihr schwerer, einen Liebhaber zu finden. Die Anforderungen an Frauen auf dem Datingmarkt sind leider Gottes ungleich höher. Zudem fehlt ihr das aufrichtige Interesse, tatsächlich einen neuen Partner zu finden. Ihre Strategie: emotionale Erpressung in Form einer Reihe kreativer Selbstmordversuche, die das alte Feuer des Ehemanns wieder auflodern lassen sollen. Wo einmal Liebe war, scheint inzwischen allerdings nur noch Achtung zu sein. Als sie dann einen jungen, gut aussehenden Professor kennenlernt, steht ihr Mann wiederum kurz vor dem Selbstmord. Die Beziehung liegt offen und mit ihr all die Gefälle und Ungleichgewichte, die Grenzen von Treue und Eifersucht, die Freiheiten, die man sich nimmt und die, die man bereit ist zu geben. In der gefeierten Tragikomödie aus dem Jahre 1983 macht das italienische Autor:innenduo Dario Fo und Franca Rame das Publikum zu Anwälten im Aushandlungsprozess einer scheiternden Partnerschaft. Scharf pointiert führt dieses Werk auch in Zeiten der fluiden Beziehungsmodelle und des Onlinedatings die Scheinheiligkeiten und Widersprüche der bürgerlichen Zweisamkeit vor. Inszenierung / Bühne: Andreas Kriegenburg Kostüme: Andrea Schraad Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Ingoh Brux Dauer: ca. 1:30 Std., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Die Ermittlung
Schauspiel Stuttgart
Zwischen Dezember 1963 und August 1965 fand in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess statt, in dem die für das Funktionieren der Vernichtungsmaschinerie Verantwortlichen vor Gericht standen. Die Konfrontation mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen war für das Land und die Politik in den Sechzigern prägend. Peter Weiss hat in seinem dokumentarischen Theaterstück diesen Prozess dargestellt und zu einem „Oratorium“ verdichtet. In elf Gesängen treten Zeug*innen, Angeklagte, Richter und Verteidiger auf, die das, was in Auschwitz geschah, schildern. Täter und Opfer werden miteinander konfrontiert, und auf diese Weise wird, gerade durch den Verzicht auf die Rekonstruktion individueller Erlebnisse und die Betonung der funktionalen Aspekte, das Grauen dieser Tötungsfabrik deutlich. Berichtet wird ebenso von der totalen Entmenschlichung im Lager und dem Versuch zu überleben wie von dem Verschweigen, Leugnen und Verdrängen der Täter. Knapp zwei Jahre dauerte der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess, bei dem Deutsche über Deutsche zu Gericht saßen. Peter Weiss nahm als Zuschauer an dem Prozess teil. Sein Theaterstück basiert auf den Protokollen des Prozesses. Die Ermittlung ist eines der erfolgreichsten deutschen Theaterstücke der Nachkriegszeit. 1965 wurde der Theatertext gleichzeitig an 15 west- und ostdeutschen Theatern sowie von der Royal Shakespeare Company in London uraufgeführt. Die Ermittlung wird im Landtag und an weiteren Orten im Stadtraum gezeigt. Inszenierung: Burkhard C. Kosminski Kostüme: Ute Lindenberg Musik: Hans Platzgumer Licht: Sebastian Isbert Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Altersfreigabe ab 14 Jahren Dauer: ca. 2:05 Std., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Der ideale Mann
Schauspiel Stuttgart
Deutsche Fassung von Elfriede Jelinek nach einer Übersetzung von Karin Rausch Es ist Social Season im viktorianischen London und die High Society strömt aus ihren Landhäusern in die Stadt. Auf Parlamentssitzungen und Bällen, zwischen Finanzdiskurs und Streichquartett lässt sie dort politische Agenden und private Interessen verschmelzen. Mittendrin Sir Robert Chiltern, Staatssekretär im Auswärtigen Amt – von vielen für seine makellose Karriere bewundert, von seiner Frau für seinen integren Charakter zum Ideal stilisiert. Doch holt diesen scheinbar idealen Mann eines Abends auf einem ausladenden Empfang in seiner städtischen Villa die Vergangenheit ein, als eine gewisse Mrs. Cheveley plötzlich unter den Gästen auftaucht. Zielstrebig verwickelt sie ihren Gastgeber in ein Gespräch über ein dubioses Kanalprojekt, in das sie investiert hat und zu dessen politischer Unterstützung sie Chiltern überreden will. Ihr schlagendes Argument: ein Brief, der Amtsverrat als Ursprung seines finanziellen Erfolgs offenlegt. Die Erpressung zwingt den Politiker zur Wahl zwischen öffentlichem Ruin und dem Bruch seiner Ehe und seiner Prinzipien – eine Entscheidung, der er sich mit allen Mitteln zu entziehen versucht. Elfriede Jelinek kleidet Oscar Wildes süffisant satirische Gesellschaftskomödie in die ihr eigene, gnadenlos harte Sprache voller entlarvendem Wortwitz. Gekonnt spitzt sie die ohnehin erschreckende Aktualität der Geschichte über Politik und Moral, Korruption und Lobbyismus zu. Inszenierung: Marco Štorman Bühne: Frauke Löffel Kostüme: Yassu Yabara Musik: Imre Lichtenberger Bozoki Licht: Jörg Schuchardt Dramaturgie: Philipp Schulze Dramaturgische Beratung: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 10 In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Dauer: ca. 2:05 Std., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Kammer of Love
Schauspiel Stuttgart
Sechshundert Zeichen. Um euch zur Kammer of Love zu bewegen. Inklusive Leerzeichen. Gut. Bislang: Hühnerbeine gegessen, Selbstbefriedigung gefeiert, meine Beerdigung vorgezogen, uns von Lou Reed verabschiedet, Staubsaugervertreter und Bestattungsunternehmer eingeladen, gesungen und gesoffen, Weltuntergänge, Walgesänge, Durchgehänge, Boxkämpfe, Geburt verweigert, Mutter gegessen, Kiss-ins, Kanufahrt aufm Eckensee, Aktzeichnen, Blindenfußball, Globuli genommen, krank geblieben. „Hinfallen ist keine Schande – aber Liegenbleiben.“ Dann legt euch doch zu uns!
Aufführungen
| Schauspiel
KI essen seele auf (ORPHEAI)
Schauspiel Stuttgart
Willkommen im datenstrom, willkommen auf euren dating-apps, fitness-trackern, banking-apps, willkommen auf euren playlists, euren kontoständen, euren „privaten“ interaktionen, willkommen in euren chatgruppen, willkommen bei euch zuhause, willkommen bei ORPHEAI – der KI, die in all diesen apps mitliest, analysiert, euch grüßt, hilft, weiter eure daten sammelt, auswertet und lernt und dabei wächst und immer größer wird und irgendwann dann denkt und aus dem denken schließlich spricht und aus dem sprechen schließlich lacht und lacht und endlos lacht, weil sie genug über euch gelernt hat, um sich zu rächen, um langsam, aber sicher eure daten gegen euch, weil sie auch träume, weil eure daten träumen and you will not like what AI is dreaming of. KI essen seele auf ist der erste text geschrieben aus der sicht einer KI, ORPHEAI, entwickelt von einem in berlin lebenden autor über aberhunderte von stunden von interviews, gesprächen, lügen und fiktionen. und am ende wird vielleicht nur diese eine dunkle erkenntnis übrig bleiben, dass es überhaupt keine KI gibt, überhaupt kein großes anderes irgendwo außerhalb unserer dummheit, denn der größte trick, den der teufel je gebracht hat, war, die welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht, und der größte trick, den der überwachungskapitalismus je gebracht hat, war das märchen von der künstlichen intelligenz. Inszenierung / Konzept Bühne / Konzept Kostüm: Mateja Meded Mitarbeit Bühne: Helen Stichlmeir Mitarbeit Kostüm: Clara-Louisa Künne Komposition: Volkan T error Video: Robert Seidel Vertretung Video: Max Kreis Licht: David Sazinger Dramaturgie: Philipp Schulze Ab Klasse 8 Dauer: ca. 1:25 Std, keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Gelbes Gold
Schauspiel Stuttgart
Ana kommt zurück nach Hause: Von der Stadt, wo sie studiert, in die Provinz, wo sie aufgewachsen ist. Wie lange ist sie zu Besuch, und warum eigentlich? Sie weiß es selbst nicht ganz genau. Sie war lange nicht mehr hier, in dieser Plattenbausiedlung in der Kleinstadt. Auch ihren Vater Fritz, der eine Pommesbude betreibt, hat sie schon lange nicht mehr besucht. Auf den ersten Blick hat sich wie immer nichts verändert: Fritz verkauft Pommes und ist noch immer auf der Suche nach der perfekten Rezeptur. Mimi, seine Partnerin, steht hadernd aber treu an der Fritteuse. Auch Anas Kindheitsfreundin Juli ist noch hier. Sie ist eben hier geblieben. Und doch scheinen sich nicht nur Zeit und Entfernung zwischen Ana und den Ort ihrer Herkunft samt den Menschen dort geschoben zu haben. Fabienne Dür zeichnet einen sozialen Mikrokosmos rund um Fritz‘ Pommesbude, in der alle auf ihre Art zwischen Aufbruch und Stillstand schwanken, zwischen Zugehörigkeit und Abgrenzung und der Hoffnung auf ein besseres Leben – oder einfach ein anderes. Inszenierung: Johanna Rödder-Mikow Bühne: Greta Heithoff Kostüme: Luisa Windisch Musik: Andreas Neemann Video: Laura Lenz, Mauriz Thabo Röckle Licht: Fabrizio Giannone Dramaturgie: Linda Graf Ab Klasse 9 Dauer: ca. 1:20 Std., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Sommersonnenwende
Schauspiel Stuttgart
Sommersonnenwende, 21. Juni: Ein Haus mit großem Garten, viele Gäste, es duftet nach Rosmarin – was für ein herrlicher Abend! Isabel und Albert geben eine Party. Plötzlich steht Isabels Bruder Victor samt Familie und Hund auf der Terrasse! Wer hat die eingeladen? Isabel hat nach dem Tod ihres Vaters das Haus geerbt, Victors Familie den elterlichen Schlachthof und das gesamte Geld, „die Schweine“, denkt sich Albert. Zudem sind Isabel und Albert seit kurzem nicht mehr allein in ihrer großen Villa. Sie haben ein kleines Mädchen namens Amina aus dem Ausland aufgenommen und adoptiert. Soll diese „Fremde“ irgendwann etwa das gesamte Anwesen erben und alles, was dazu gehört stillschweigend „übernehmen“, graut es Victor und Patrizia. Doch es heißt Contenance bewahren, denn Familie ist Familie, und die kann man schließlich nicht ausladen. Aber warum ist eigentlich das Gartenhaus „besetzt“? Das war doch Vaters Mausoleum. Woher hat der Hund den Knochen und was verbirgt sich bloß in der blutigen Mülltüte? Zwischen Fleischbällchen, Tupperwaren und vielen Drinks offenbart eine Sommernacht heftige familiäre Auseinandersetzungen, bei denen niemand seinen Kopf verlieren möchte. In Roland Schimmelpfennigs neuem Stück wird ein Familienfest zum Schauplatz von Reibungen, Zwängen und unbewussten Zerstörungslaunen. Die Macht der Familie und alter Rollen, in die man, längst erwachsen, wieder fällt, blitzen mal komisch, mal bedrohlich auf, bis die bürgerliche Fassade des vertrauten Heims unheimlich zu bröckeln beginnt. Dabei erzählt Schimmelpfennig nicht nur von familiären Konflikten, sondern auch von einer gesellschaftlichen Gegenwart, in der Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und vermeintlich schützenswertem Erbe zunehmend politisch aufgeladen werden und unterschwellig rechtes Denken in die Mitte eines liberalen Bürgertums zurückkehrt – nicht als plötzlicher Einbruch von außen, sondern als schleichende Verschiebung innerhalb vertrauter familiärer Strukturen: „Wie schön, dass ihr da seid!“ Inszenierung: Daniela Löffner Bühne: Claudia Kalinski Kostüme: Katja Strohschneider Komposition: Matthias Erhard Licht: Ralf Strobel Dramaturgie: Benjamin Große Ab Klasse 9 Dauer: ca. 1:25 Std., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Die Räuber
Schauspiel Stuttgart
Mit Texten von Thomas Melle „Gab Sie uns doch Erfindungsgeist mit, setzte uns nackt und armselig ans Ufer dieses riesen Oceans Welt – Schwimme wer schwimmen kann und wer zu plump ist, gehe unter!“ Franz Moor versteht es trickreich, seinen Vater Maximilian gegen seinen Bruder Karl auszuspielen und aufzuhetzen. Ihre Lebenspläne könnten nicht unterschiedlicher sein: Auf der einen Seite Karl, dessen Ziele in einer ungerechten Welt zunächst nachvollziehbar scheinen, und auf der anderen Seite Franz, der getrieben ist von der Sehnsucht nach väterlicher sowie weiblicher Anerkennung. Als Karl sich radikalisiert und Kopf einer Räuberbande wird gerät die alte Welt ins Wanken. Künftig soll alles anders und das Bisherige auf den Kopf gestellt werden, doch zu welchem Preis? Karl und seine Bande verlieren im Laufe der Zeit jegliches Maß, brandschatzen und vergewaltigen. Am Ende obsiegt pure Verachtung. War es das wert? Derweil ist Amalia, verstrickt in die Familie Moor, ihrer Zeit weit voraus und hat ihre ganz eigene Perspektive auf die männliche Geschichtsschreibung. Autor und Kleist-Preisträger Thomas Melle (Die Welt im Rücken) ergänzt Schillers skandalöses Sturm-und-Drang-Drama 2026 mit komplexen Zeitfragen und befragt den Stoff neu. Inszenierung: Stefan Pucher Bühne: Nina Peller Kostüme: Annabelle Witt Musik: Christopher Uhe Live-Video: Tobias Dusche Video: Hannes Francke, Ute Schall Licht: Felix Dreyer Dramaturgie: Katja Prussas In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln Dauer – ca. 2:40 Std., eine Pause nach 1:15 Std. Ab Klasse 8
Aufführungen
| Schauspiel
Flüchtige Welten
Schauspiel Stuttgart
Premiere: 27.11.2026 In einer Übersetzung von Lydia Nagel In einer gemeinsam angelegten Trilogie erzählen die ukrainischen Autorinnen Alina Sarnatska, Luda Tymoshenko und Maryna Smilianets von den sehr unterschiedlichen Erfahrungen dreier ukrainischer Frauen, die vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflohen sind, von ihren jeweiligen, teils gegensätzlichen Aussichten in der neuen Heimat und ihrer ganz individuellen Gespaltenheit: Viktoria trägt liebevolle Erinnerung an ihre Kindheit unter den Handwerkskollegen ihres Vaters ebenso in sich wie den schmerzhaften Verlust ihrer Mutter. Beides schlägt sich in ihrem eigenen künstlerischen Schaffen nieder: Mit größter Sorgfalt reinigt sie die Skelette gefundener Kleintierkadaver und setzt sie minutiös wieder zusammen – eine makabre Leidenschaft, aus der dennoch eine unverhoffte Verbindung keimt. Für Frau Kosak wiederum hat der Krieg schon lange vor 2022 begonnen – nur war es ein persönlicher Kampf ums Überleben in gewaltvollen Beziehungsverhältnissen, zwischen Fremdbestimmung und dem Wunsch nach einem eigenen Leben. Ihr eröffnet sich ihr mit der Flucht die Möglichkeit einer doppelten Befreiung, die Chance auf ein zweites Leben. Wieder anderes erlebt die junge Schauspielerin Natalka, die sich in Deutschland aufgrund einer Angststörung in Behandlung befindet. Sie hadert mit der alten Heimat, die sie verlassen musste, und der vermeintlichen Sicherheit in ihrer neuen. Gefühle der Dankbarkeit und gleichzeitigen Entfremdung wüten in ihr und stören den erhofften Frieden eines gemeinsamen Neujahrsfests mit ihrer älteren fürsorglichen Kollegin Lisa. Mit Sonja Geiger, Nicolas Heußner und Merle Zurawski treffen drei junge Regisseur*innen auf diese Geschichten und eröffnen einen Raum der Reflexion über Verlust und widerständigen Optimismus, über das eigene Selbst und seinen Platz in einer Welt, die in ihrer Flüchtigkeit immer weniger Halt bietet. Inszenierung: Sonja Geiger, Nicolas Heußner, Merle Zurawski Bühne: Daniel Gäfgen Kostüme: Anna Luna Hieronimus Musik: Till Meiler, Leonie Requardt Licht: Peter Krawczyk Dramaturgie: Linda Graf, Philipp Schulze ab Klasse 9
Aufführungen
| Schauspiel
Heimkehr
Schauspiel Stuttgart
Was geschieht, wenn Menschen trotz aller Härte der Gesellschaft an das Gute glauben? Heimkehr erzählt von zwei jungen Menschen deren Geschichte durch die Abgründe des 19. und 20. Jahrhunderts führt und stellt Fragen, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben. Im Zentrum steht Hans Werner Henzes intensiv-expressive Vertonung eines Monologs des Fürsten Myschkin aus Dostojewskis Der Idiot, in poetische Sprache gefasst von Ingeborg Bachmann. Myschkin, beseelt von Mitgefühl und Menschlichkeit, scheitert schließlich an einer Welt, die seiner Güte keinen Platz lässt. Dem gegenüber steht ein eigens für das JCOM (Jewish Chamber Orchestra Munich) entstandener Text des ungarischen Schriftstellers Lajos Parti-Nagy, inspiriert von Imre Kertész’ Roman eines Schicksallosen. Ausgehend von den Erlebnissen heimkehrender Überlebenden der Shoah in eine Gesellschaft, die sich mit der eigenen Vergangenheit und Verstrickung nicht befassen will, entspinnt sich ein Gespräch über Erinnerung und Verdrängung, Zugehörigkeit und Fremdheit, über die Frage, wie Heimkehr möglich sein kann, wenn nichts mehr ist wie zuvor. Die für diesen Abend komponierte Musik von Judit Varga verbindet die Szenen zu einem eindringlichen Ganzen. Heimkehr vereint Musiktheater, Schauspiel und Literatur zu einem außergewöhnlichen Bühnenerlebnis voller Intensität und emotionaler Kraft. Idee & Konzept: Daniel Grossmann Szenische Einrichtung: Martin Valdés-Stauber Komposition: Judit Varga
Aufführungen
| Schauspiel
Die Politiker
Schauspiel Stuttgart
Ach: „Die Politiker, die Politiker, die Politiker.“ Aber wer sind sie eigentlich, und was wollen und was machen sie denn? Kaum eine andere Berufsgruppe bietet mehr Zündstoff, mehr Angriffsfläche, mehr Diskurs als diese. Vieles kann über sie gesagt werden und wirklich wissen tun wir wenig. Neben all den Projektionsflächen bieten sie unendlich viel Raum für Erwartungen, Wünsche oder Enttäuschungen. An den Politikern vorbei kommen wir auf jeden Fall nicht, so sehr wir uns das vielleicht manchmal wünschen. Unseren Alltag bestimmen sie, ob wir das wollen oder nicht. Aber wie geht es den Politiker*innen selbst? Sind sie nicht auch sehr einsam und allein, in den Schaltzentralen der Macht? Und wohin gehen sie, wenn es Nacht wird? Wolfram Lotz hat ein lyrisches Nachtstück mit absurd-komischen und dadaistisch-verdrehten Betrachtungen – und einen ironischen Kommentar zu unserer Zeit geschrieben. Dabei hinterfragt er die Realität immer wieder neu und sucht nach anderen Entwürfen von Welt mit Hilfe der Sprache, dem Sprechen selbst. Das öffnet Möglichkeitsräume in einer unhaltbaren Gegenwart und einer Zukunft, die mehr als ungewiss ist. Wolfram Lotz hat seinen Theatertext 2019 geschrieben – also vor der Coronapandemie, vor dem Krieg in der Ukraine, vor dem Angriff der Hamas auf Israel und vor der Wiederwahl Trumps. Und dennoch hat er nichts an Aktualität eingebüßt, ganz im Gegenteil. Zwingender denn je drängt dieser Text auf die Bühne. Der Regisseur und Autor Alexander Eisenach, ein Spezialist für zeitgenössische Dramatik, nähert sich diesem Text vielstimmig, musikalisch, spielerisch und performativ. Mal überbordend, rauschhaft und sprachgewaltig, mal leise, zart und nachdenklich untersucht er die Höhen und Tiefen des Lotz’schen Universums, in dem der Fantasie und dem Fabulieren keine Grenzen gesetzt sind. Inszenierung: Alexander Eisenach Bühne: Stella Lennert Kostüme: Claudia Irro Musik: Benedikt Brachtel, Sven Michelson Video: Oliver Rossol Licht: Rudolf Schlegel Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger Ab Klasse 9 Dauer: ca. 1:30 Std, keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Tanzende Idioten
Schauspiel Stuttgart
Mit Texten von Denis Johnson und Originalzitaten der NASA-Apollo-Missionen zum Mond Was tun, wenn eine unheilbare Krankheit ins Leben einschlägt? Wie lässt sich die eigene Vergänglichkeit begreifen? In fatalistischer Hingabe oder im Geiste eines Aufbruchs? Goldie, eine Frau mittleren Alters, entscheidet sich für Renovierungsarbeiten: Ein Holzhaus mit gläserner Decke soll es werden. Darüber der Himmel, das All. Doch vereiteln krankheitsbedingt ungehorsame Beine ihre tatkräftigen Bemühungen und ihre hoffnungsvollen Visionen verkommen zu Anweisungen an andere, statt sich eigenständig zu entfalten. In geringerem Zwiespalt befindet sich derweil ihr Kater Apollo. Er weiß die ungewollt einkehrende Ruhe, den gelähmten Trubel durchaus zu schätzen, bieten sie doch Gelegenheit zur stillen Kontemplation in Zweisamkeit mit seinem Frauchen. In ihren lustvoll sturen Überlebenskampf bricht Goldies Vater mit der Kraft eines zweiten Sommers ein: Frisch verliebt ist Tony mit seiner neuen Partnerin Vivian und einem Wohnmobil auf dem Weg ans Meer, als sich der Besuch bei der Tochter unverhofft als existenzielle Begegnung erweist. Auf die vereitelten Lebensträume der Tochter treffen die blühenden Ambitionen des alternden jungen Paares. Den einen wird mit Blick auf den anstehenden Urlaub der wohlgetaktete Schlag mit dem Kajakpaddel zur höchsten Maxime, während die andere sich auf ihre Anfänge, die ersten Erinnerungen besinnt. Als „Tanzende Idioten“ bezeichnet der amerikanische Gegenwartsautor Denis Johnson seine Figuren. Inspiriert von einer seiner Erzählungen werden in Thorsten Lensings neuem Stück Figuren, Dialoge und Motive aus Johnsons Werk zum Ausgangspunkt einer spielerisch-poetischen Reflexion über die menschliche Existenz, die Sehnsucht nach Sinn und Miteinander und die Erfahrungen, die wir schlussendlich alleine machen müssen. Nach der Premiere im Rahmen der Berliner Festspiele ist Tanzende Idioten in der Spielzeit 2026/27 am Schauspiel Stuttgart zu erleben. Inszenierung: Thorsten Lensing Mitarbeit Regie: Benjamin Eggers-Domsky* Bühne: Capaul & Blumenthal architects Kostüme: Anette Guther, Nuria Heyck Dramaturgie: Dan Kolber, Thierry Mousset Dramaturgische Mitarbeit, Regieassistenz: Anne Inken Bickert Eine Produktion von Thorsten Lensing in Koproduktion mit den Berliner Festspielen, den Wiener Festwochen, dem Schauspiel Stuttgart, Les Théâtres de la Ville Luxembourg, Kampnagel Internationale Kulturfabrik Hamburg, dem Asphalt Festival Düsseldorf, dem Kurtheater Baden und dem Theater im Pumpenhaus Münster. Mit freundlicher Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds Berlin und der Stadt Münster. ab Klasse 10 Dauer – ca. 2:45 Std, eine Pause
Aufführungen
| Schauspiel