Das Musikfestival "Szenenwechsel" der Hochschule Luzern.
Das Festival Szenenwechsel bietet die Gelegenheit, verdichtet die Facetten der musikalischen Arbeit an der Hochschule Luzern – Musik zu erleben. Scheinwerfer an, Konzentration bündeln, auf die Bühne!
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Szenenwechsel
Hochschule Luzern - Musik Arsenalstrasse 28a CH-6010Luzern-Kriens
Der Klang als Klangmaterial spielt eine zentrale Rolle.
Je nach Stück sind die Musikerinnen rund um das Publikum verteilt und bewegen sich.
Durch Resonanzspiele, die Gegenüberstellung von Klangfarben oder Dynamiken Kontraste wird der Klang wie ein plastisches Material in Raum und Zeit geformt.
Dieses abwechslungsreiche Programm wechselt zwischen groovigen rhythmischen Strukturen, die aus perkussiven, kurzen Klängen bestehen, und langen Klangflächen.
Dozent:innen: Julian Dillier, Sarah Keusch, Dominique Regli-Lohri, Sonia De Almeida Rocha,
Wenn Klang auf Bewegung trifft, entstehen neue Welten. Die Studierenden des Bachelorstudiengangs Musik und Bewegung der Hochschule Luzern laden ein zu «Musik bewegt Musik N°6». Ein Abend voller Musik, Tanz und Performance. Mal leicht und verspielt, mal tiefgründig und berührend, mal frech und überraschend.
Cécile Marti (*1973): «Seven Towers – 1», aus dem siebenteiligen Zyklus «Seven Towers» für Orchester
Sergei Rachmaninow (1873–1943): Sinfonie Nr. 2 in e-Moll, op. 27
Sergei Rachmaninows Zweite Sinfonie führt die spätromantische Linie der Saison mit russischer Schwermut, weiten Klanglandschaften und grossem melodischem Atem weiter. In ebenso grossen Dimensionen bewegt sich zuvor das zeitgenössische Werk «Seven Towers – 1» von Cécile Marti.
Die Schweizer Komponistin studierte an der Hochschule Luzern – Musik bei Dieter Ammann und schrieb ihre «Seven Towers» für einen Klangapparat von rund 120 Musikerinnen und Musikern. Marti selbst verglich ihre Klangskulpturen mit ihrer Arbeit als Bildhauerin. Mit unterschiedlich gestalteten, wie «in Stein gemeisselten» Zeitverläufen entsteht eine Musik von bildhafter erzählerischer Suggestivkraft.
So treffen in diesem Konzert zwei gross besetzte Klangwelten aufeinander: zeitgenössische orchestrale Architektur und Rachmaninows spätromantische Weite.
Der britische Dirigent Duncan Ward (geb. 1989) wurde durch das Dirigentenprogramm des Berliner Ensembles Modern gefördert und ist seit 2021 Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters von Rouen. Er arbeitete als Assistent von Sir Simon Rattle beim London Symphony Orchestra und dirigierte seither u. a. das BBC Symphony Orchestra, das Deutsche Symphonieorchester Berlin und das Royal Concertgebouw Orchestra. 2025/26 gibt er Debüts bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem Tonhalle Orchester Zürich.
Preise: CHF 85 | 70 | 50 | 30
Ermässigung für Studierende, Gönner:innen der Hochschule Luzern – Musik und HSLU Alumni
Kartenverkauf: KKL Luzern, T 041 226 77 77, kkl-luzern.ch
Schülerinnen und Schüler der Blockflötenklassen der Musikschule Luzern unter der Leitung von Alessandra Riudalbas und Thomas Triesschijn
Kerstin Fahr, Konzept & Idee
Wassermusiken auf historischen Instrumenten von Mittelalter bis Moderne
Anonym (14. Jh.): Istanpitta Tre Fontane
William Byrd (1545–1623): All as a Sea
John Dowland (1563–1626):
Flow, my tears
Clear or Cloudy Wasser – Improvisationen
Karlheinz Stockhausen (1928–2007): aus dem Tierkreis (1974/75)
Krebs, Skorpion, Fische
Franz Schubert (1797–1828):
Am Meer (H. Heine) aus Schwanengesang D 957
Der Schiffer (J. Mayrhofer) D 536:
Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Ouvertürensuite in C-Dur „Hamburger Ebb‘ und Fluth“ TWV 55:C3
Ouverture
Sarabande „Die schlafende Thetis“. Doucement
Bourrée I & II „Die erwachende Thetis“
Loure „Der verliebte Neptunus“
Gavotte „Die spielenden Najaden“
Harlequinade „Die scherzenden Tritonen“
Der stürmische Aeolus
Menuet I&II „Der angenehme Zephir“
Gigue „Ebbe und Fluth“
Canarie „Die lustigen Bots Leute“
Acqua – Wasser – Eau: Die Quelle des Lebens kann sanft, stürmisch, gefährlich oder beruhigend sein. Wasser kann fehlen oder als große Flut bedrohlich werden. Das Programm „Ebb‘ und Fluth“ zeigt, wie das Element Wasser in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen Komponisten und Komponistinnen über Jahrhunderte hinweg zu faszinierenden Werken inspiriert hat, sei es naturalistisch oder allegorisch: Die drei Quellen in der gleichnamigen Estampie aus dem 14. Jahrhundert; die Tränen der Melancholie in der englischen Renaissancemusik; der Einklang mit der Natur in Franz Schuberts Liedern; die facettenreiche Vertonung der unterschiedlichsten Charaktere in Karlheinz Stockhausens Tierkreis oder in spannenden Klangimprovisationen mit dem nassen Element.
Abschliessend erklingt Georg Philipp Telemanns Ouvertürensuite „Hamburger Ebb‘ und Fluth“, die er 1723 als Festmusik zum 100. Geburtstag der Hamburgischen Admiralität komponierte. Meeresgottheiten der Antike haben ihren Auftritt an der Elbmündung und beleuchten gleichzeitig die Gezeiten des Hamburger Hafenlebens. Telemann schafft tonmalerisch ein humorvolles Wechselspiel zwischen Sturm und Flaute, zwischen Ebbe und Flut.
Jan Theiler, Marco Böni, Dalmiro Dorado, Taru Salonurmi, Benjamin Roos, reeds
Nicolas Jäger, Martin Looser, Carmen Schmid, Florian Haferland, trumpets
Gloria Ryter, Lukas Grimm, Jonas von Rotz, Pascal Moser, trombones
Samuel Brunner, guitar
Anahita Gut, piano
Ursin Andres, bass
Jorit Reisewitz, drums
David Grottschreiber, director
Immanuel Wilkins, a. sax.
Die Begegnung von Immanuel Wilkins und der HSLU Big Band verbindet Wilkins’ ausdrucksstarkes, virtuoses Saxofonspiel mit der klanglichen Vielfalt einer Big Band. Die Arrangements beschreiben dabei einen vielschichtigen Dialog zwischen der improvisatorischen Sprache des jungen Saxofonisten und den Möglichkeiten eines gross besetzten Jazzensembles. Die Zusammenarbeit zeigt exemplarisch, wie Wilkins’ Musik über die klassische Quartettbesetzung hinaus in einen orchestralen Kontext übertragen und dadurch klanglich erweitert werden kann.
Immanuel Wilkins ist ein US-amerikanischer Saxofonist und Komponist. Geboren in Philadelphia, zog er 2015 nach New York, um an der Juilliard School zu studieren. 2017 gründete er sein bis heute bestehendes Quartett mit Micah Thomas, Daryl Johns und Kweku Sumbry. Sein Debütalbum «Omega» erschien 2020 bei Blue Note und wurde von der New York Times zum Jazzalbum des Jahres gewählt sowie für einen NAACP Image Award nominiert. Das Nachfolgealbum «The 7th Hand» wurde 2022 ebenfalls von der New York Times als eines der besten Jazzalben des Jahres ausgezeichnet. Sein jüngstes Werk «Blues Blood» wurde für einen Grammy nominiert und setzt seine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragen von Herkunft, Erinnerung und musikalischer Überlieferung fort. Wilkins versteht Improvisation als einen Prozess des Navigierens zwischen Struktur und Unvorhersehbarkeit, in dem Musik zu einer lebendigen Projektion von Geschichte und eigener Erfahrung wird. Neben seiner musikalischen Arbeit entwickelt er Skulpturen, grafische Partituren und raumbezogene Arbeiten, in denen er die immaterielle Sprache des Klangs in visuelle und materielle Formen übersetzt. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Creative Capital Award, einer Pew Fellowship und einer Civitella Ranieri Fellowship ausgezeichnet und mehrfach von DownBeat zum «Alto Saxophonist of the Year» gewählt. Als Musiker hat er unter anderem mit Solange Knowles, Leon Bridges, Jason Moran, Wynton Marsalis, Joel Ross, dem Sun Ra Arkestra und Meshell Ndegeocello zusammengearbeitet und unterrichtet heute an der New York University und The New School in New York.
Preise: CHF 50 | 35
Ermässigung für Studierende, Gönner:innen der Hochschule Luzern – Musik und HSLU Alumni
Kartenverkauf: KKL Luzern, T 041 226 77 77, kkl-luzern.ch
Paula Soriano, Saxofon
Sara Nikolic, Flöte
Michael Foršt, Violine
Zouis Thomson, Schlagzeug solo und Stimme
Andrea Stringhetti, Violoncello
Ingrid Fong, Viola
Slava Guerchovitch, Klavier
Ramona Baumann, Klarinette
Léna Jallon, Klangregie
Gilles Grimaître, Einstudierung
Steven Kazuo Takasugi (*1960): «Sideshow» (2009–2015)
Musiktheater für verstärktes Oktett und Elektronik nach Texten von Karl Kraus
„Sideshow“ basiert auf den düsteren Jahrmarktsbuden und Nebenschauplätzen der Vergnügungsparks von Coney Island zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es ist ein abendfüllendes Werk des experimentellen Musiktheaters, das sich formal als vermeintlich klassisches Kammermusikkonzert tarnt, sich jedoch schnell in ein unheimliches, fast geisterhaftes Spektakel verwandelt. Das Stück versteht sich als eine tiefgründige Meditation über Virtuosität, Freakshows, Unterhaltung, das Musikgeschäft und die existenziellen Opfer, die das Individuum bringen muss, um in dieser Welt zu überleben. Als gedankliches Fundament und Subtext zieht sich ein Zyklus von sechs Aphorismen des Wiener Satirikers Karl Kraus durch das gesamte Werk. Sie lauten wie folgt:
1. "Ein Gourmet sagte mir: was die Crême der Gesellschaft anlange, so sei ihm der Abschaum der Menschheit lieber."
(A gourmet once told me: he preferred the scum of the earth to the cream of society.)
2. "Wenn Tiere gähnen, haben sie ein menschliches Gesicht." (When animals yawn, they have a human face.)
3. "Der Fortschritt macht Portemonnaies aus Menschenhaut." (Progress makes wallets from human skin.)
4. "In einen hohlen Kopf geht viel Wissen." (Much knowledge fits in a hollow head.)
5. "Die Technik ist ein Dienstbote, der nebenan so geräuschvoll Ordnung macht, daß die Herrschaft nicht Musik machen kann."
(Technology is a servant who makes such noisy order in the next room that his master cannot make music.)
6. "Wien hat eine schöne Umgebung, in die Beethoven öfter geflüchtet ist." (Vienna has beautiful surroundings, to which Beethoven often escaped.)
Takasugi inszeniert auf der Bühne ein hochkomplexes Spiel mit akustischen und visuellen Identitäten. Die acht Musiker agieren oft starr, maskenhaft und synchronisiert wie lebende Puppen oder Doppelgänger. Das Herzstück der Komposition ist eine „akustische Täuschungsmaschine“.
Das Musikfestival "Szenenwechsel" der Hochschule Luzern.
Das Festival Szenenwechsel bietet die Gelegenheit, verdichtet die Facetten der musikalischen Arbeit an der Hochschule Luzern – Musik zu erleben. Scheinwerfer an, Konzentration bündeln, auf die Bühne!